preparatory:AB 298836
Gredig Corina · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2022-03-16
Wortprotokoll
Sehr geehrter Herr Vizepräsident, geschätzte Kolleginnen und Kollegen und geschätzte junge Zuschauerinnen und Zuschauer, die Sie heute zahlreich hier auf den Tribünen vertreten sind, es geht bei der nächsten Abstimmung um Vertrauen. Es geht um Vertrauen in unser Schulsystem. Wir hatten mit 15, 16 Jahren, Sie mögen sich vielleicht zurückerinnern, an den Schulen eine Ausbildung darin, wie unsere Demokratie funktioniert. Wir kamen hier ins Parlament; die eine oder der andere hätte nie gedacht, dass sie oder er irgendwann einmal hier sitzen würde. Wir haben zu panachieren, wir haben zu kumulieren gelernt. Das haben wir mit 13, 14, 15, 16 Jahren gemacht. Studien zeigen, dass dann das politische Interesse auch am grössten ist. Dann wartet man aber zwei Jahre, und erst mit 18 kann man das Gelernte anwenden. Das sind zwei verlorene Jahre.
Es geht um Vertrauen in unsere Jugend. Es geht darum, dass wir die Bereitschaft haben, ein klein wenig unserer Macht mit der jungen Generation zu teilen, denn sie müssen noch viel länger als wir mit den Entscheidungen leben, die wir hier fällen. Es gibt keine Nachteile, wenn wir jungen Menschen mit 16 oder 17 Jahren die Teilhabe ermöglichen. Es gibt keine Nachteile, das zeigt der Kanton Glarus, das zeigt unser Nachbarland Österreich.
Es geht auch um Ihr Vertrauen in sich selber. Sie haben nämlich schon einmal über dieses Geschäft abgestimmt und dieser parlamentarischen Initiative grossmehrheitlich Folge gegeben. Auch die SPK-S hat ihre Zustimmung gegeben. Die SPK-N wollte diesen Auftrag, den unser Rat ihr gegeben hat, nicht umsetzen. Das wiederum ist staatspolitisch eher bedenklich.
Ich bitte Sie, hier noch einmal Vertrauen in sich selber zu haben und bei Ihrem Entscheid zu bleiben.