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Knecht Hansjörg · Ständerat · 2022-05-30

Knecht Hansjörg · Ständerat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2022-05-30

Wortprotokoll

Selbstverständlich unterstütze ich diese beiden Motionen. Aber erlauben Sie mir, im Zusammenhang mit diesen beiden Vorstössen einerseits meiner Freude, andererseits aber auch etwas meinem Ärger Ausdruck zu verleihen.

Bereits im Jahr 2012 habe ich nämlich die Motion 12.3754, "Wiederzulassung von tierischen Schlachtnebenprodukten für die Fütterung von Nutztieren", eingereicht. Meine Motion verlangte ja das Gleiche wie die beiden Motionen. Der Nationalrat hat sie ganz klar und deutlich, mit 134 zu 38 Stimmen bei 13 Enthaltungen, angenommen. Leider hat dann der Ständerat, zusammen mit dem Bundesrat, sie im Jahr 2014 abgelehnt und sich vor allem auch hinter der fehlenden Kompatibilität zur EU versteckt; dies, obwohl schon damals weltweit wieder in grossen Mengen tierische Eiweisse verfüttert wurden. Aber wie sagt man so schön: Gut Ding will Weile haben. Darum bin ich froh und guten Mutes, dass diesem Anliegen heute zugestimmt wird.

Aber - das erlaube ich mir jetzt auch noch zu sagen - ärgerlich ist doch der Umstand, dass wir hier einige Jahre verplempert haben. In Europa hätten pro Jahr etwa 3 bis 5 Millionen Tonnen wertvolle tierische Eiweisse für die Nutztierfütterung verwendet werden können. Wir mussten stattdessen auf wertvolles Soja ausweichen. Auch sind in der Schweiz jährlich 50 Millionen Franken an Kosten für die Entsorgung angefallen. Dieses Geld hätte eingespart werden können.

Wir sind uns alle einig, dass bei der Wiederverwertung von tierischen Proteinen der Ausschluss eines gesundheitlichen Risikos selbstverständlich das oberste Ziel ist. Bundesrat und Verwaltung haben ja die Arbeiten zur Verordnungsänderung an die Hand genommen; das haben wir jetzt auch vom Berichterstatter gehört. Ich hoffe einfach, dass das kein Papiertiger wird und dabei nicht kaum umsetzbare Lösungen entstehen. Ich bitte Sie, Herr Bundesrat, beziehen Sie auch die Branche ein, damit eine praktikable Lösung gefunden werden kann und diese wertvollen Eiweisse in Zukunft wieder verfüttert werden können.