Schmid Carlo · Ständerat · 2002-12-11
Schmid Carlo · Ständerat · Appenzell I.-Rh. · Christlichdemokratische Fraktion · 2002-12-11
Wortprotokoll
Auch ich beantrage Ihnen, dieser Minderheit nicht zu folgen. Artikel 73 Absatz 2 hat zwar seine Vorgänger in einer Verordnung, aber es ist nicht alles sinnvoll, gut und übernehmenswert, was in einer bundesrätlichen Verordnung steht.
Dieser Absatz 2 stellt eine Frage: Warum in Gottes Namen wollen Sie nur Bisons, aber keine Wisente? Warum wollen Sie nur Lamas und Alpakas, aber keine Vikunjas? Warum in Gottes Namen? Sie wissen vermutlich keine Antwort darauf, aber das ist an sich egal. Wenn ich diese beiden Gruppen von Tieren sehe, möchte ich Ihnen sagen: Das passt genau in die allgemeine Stossrichtung - Bisons kommen aus den Prärien Nordamerikas, Lamas und Alpakas aus den Anden. Und was hat es dort? Sioux und Schwarzfussindianer im Norden, und Inkas im Süden - und das ist das, was die Schweizer Bergbevölkerung nach dieser Auffassung auch noch werden soll.
Im Reservat hat es eben Indianer und solche Exoten. Da möchte ich Ihnen einfach sagen: Das widerspricht den Umsetzungsprotokollen zur Alpenkonvention. Wir haben dort nämlich einen Artikel 17, der lautet: "Ansiedlungsverbote. Die Vertragsparteien gewährleisten, dass wild lebende Tier- und Pflanzenarten, die in einer Region in einer überschaubaren Vergangenheit nicht natürlich vorkamen, dort nicht angesiedelt werden." Die ganze Geschichte ist doch etwas eigenartig. Wir reden doch hier von einem Landwirtschaftsgesetz und nicht von einer Spielzeugartikelveranstaltung. Diesen "Wisa-Gloria-Artikel" können Sie streichen!