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Nordmann Roger · Nationalrat · 2022-09-13

Nordmann Roger · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2022-09-13

Wortprotokoll

Das Problem der Alpiq bestand vor vier Jahren darin, dass sie ihren gesamten Strom unter den Gestehungskosten verkaufte. Das ging ihr an die Substanz. Sie hat geblutet und musste Aktiven veräussern. Aber die Schlussfolgerung, die Sie daraus ziehen müssen, Herr Wasserfallen, ist, dass wir den Strommarkt reformieren müssen, und zwar grundlegend. Es geht einfach nicht, dass sich Firmen in einem Business, wo die Amortisierungsdauer dreissig oder fünfzig Jahre beträgt, mit dreijährigen Verträgen oder Spotpreisen an der Börse finanzieren. Denn dann geht unter solchen Umständen jede Firma hops, weil sie nicht einmal ihre laufenden Kosten und schon gar nicht ihre Amortisierungskosten decken kann. Das ist das grundlegende Problem der Liberalisierung des Strommarktes. Er gehört dringend reformiert, denn so wird es nicht gehen.

Das Folgende ist ein guter Hinweis: In den 1950er-Jahren hat die Schweiz 4 Prozent des Bruttoinlandproduktes in die Stromversorgung investiert, in den letzten Jahren nur 0,5 Prozent. Wieso? Weil der Markt fundamental dysfunktional und die Refinanzierung der Investitionen nicht erlaubt ist. Das muss korrigiert werden.

Noch ein Wort zu Deutschland: Immerhin hat Deutschland etwa 40 Prozent erneuerbare Energie im Netz, die Schweiz hingegen nur 8 Prozent. Zum Glück haben die Deutschen investiert. Sie hätten noch mehr investieren können, aber mit unseren 8 Prozent an erneuerbarer Energie sind wir in der Schweiz schlecht positioniert, um den Deutschen eine Lektion zu erteilen.