Stöckli Hans · Ständerat · 2022-09-13
Stöckli Hans · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2022-09-13
Wortprotokoll
Ich möchte dem Bundesrat für die Stellungnahme danken, die beachtlich ist, strotzt sie doch von Demut und Bescheidenheit und gar von entwaffnender Offenheit gegenüber dem Thema. Es wird nämlich ausgeführt, dass der Bundesrat keine Aussage machen könne, ob im Bereich der Schmerzmedizin, die ja in den Kompetenzbereich der Kantone falle, Handlungsbedarf bestehe. Er gibt aber in der Antwort auf die nächste Frage an, dass die anfallenden volkswirtschaftlichen Kosten auf zwischen 4 und 6 Milliarden Franken pro Jahr geschätzt würden. Wir wissen auch, dass rund 10 bis 16 Prozent der Bevölkerung in unserem Land an starken Schmerzen leiden und dass dies eigentlich zum grössten Gesundheitsproblem geworden ist. Selbstverständlich haben wir eine Kompetenzordnung in unserem Land. Trotzdem ist, denke ich, bei dieser Aufgabenstellung auch der Bund gefordert.
Im Übrigen heisst es auch, man könne nicht sagen, inwieweit die Notwendigkeit bestehe, Ärztinnen und Ärzte zusätzlich auszubilden. Mir wurde gesagt, dass nicht das Schweizerische Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung (SIWF) für diese Zertifikate zuständig sei, sondern die Swiss Society for Interventional Pain Management (SSIPM). Wichtig ist jedenfalls, dass sich jemand um diese Zertifikate bemüht.
Interessant ist die Antwort auf die Frage 4: Hier wird zu Recht gesagt, der Bundesrat erachte eine zeitgerechte adäquate Behandlung durch qualifizierte Fachpersonen als sinnvoll. Mich würde hier noch interessieren, Herr Bundesrat, was Sie unter "zeitgerecht" und "adäquat" verstehen, damit wir das entsprechend einordnen können. Ganz wichtig ist auch das Thema des Registers, dessen Unterstützung Sie befürworten können.
Schliesslich wäre ich Ihnen, Herr Bundesrat, sehr zu Dank verpflichtet, wenn Sie im Rahmen Ihrer Möglichkeiten mithelfen würden, den Austausch der Daten zu ermöglichen. Dieser Austausch ist von zentraler Bedeutung bei der Suche nach entsprechenden Gegenmassnahmen, handelt es sich hier doch um ein Problem, das in der Schweiz mittlerweile zur Volkskrankheit Nummer eins geworden ist.