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Locher Benguerel Sandra · Nationalrat · 2022-09-29

Locher Benguerel Sandra · Nationalrat · Graubünden · Sozialdemokratische Fraktion · 2022-09-29

Wortprotokoll

A chaschun da la consultaziun da la petiziun da la sessiun da las dunnas "Access ad ina furmaziun sexuala cumplessiva e professiunala per tuts e tuttas" ha la cumissiun decidì senza cuntravusch da consentir a la petiziun en furma da quest postulat.

Mit dem Postulat wird der Bundesrat beauftragt, in Zusammenarbeit mit den Kantonen einen Bericht vorzulegen, welcher erstens aufzeigt, wie die Sexualaufklärung in der Schweiz in der Praxis umgesetzt wird, zweitens darlegt, was der Bund, die Kantone und interkantonale Gremien tun, um die nationalen Standards einzuhalten, und drittens Auskunft darüber gibt, ob die sprachregionalen Lehrpläne in diesem Bereich zu einer Vereinheitlichung geführt haben.

Der Bericht soll sich auf den Expertenbericht zum Postulat Regazzi 14.4115 stützen. Im Bericht des Bundesrates sind insbesondere folgende Fragen zu klären: Wie wird die Sexualaufklärung in den verschiedenen Kantonen und Sprachregionen qualitativ und quantitativ in der Praxis umgesetzt? Wie viele Stunden werden der Sexualaufklärung während der obligatorischen Schulzeit gewidmet? Über welche Ausbildung verfügen die Lehrerinnen und Lehrer, die Sexualaufklärung unterrichten? Zu klären sind noch ein paar weitere Fragen, die Sie auch im Text des Kommissionspostulates sehen.

Eine ganzheitliche Sexualaufklärung, wie sie in den Standards der WHO definiert ist, ist von öffentlichem Interesse und wichtig für die Gesundheitsförderung, die Prävention, den Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen und die Vermeidung ungewollter Schwangerschaften. Ausserdem leistet sie einen wichtigen Beitrag zur Vorbeugung von Sexismus und sexueller Gewalt und damit zur Umsetzung der Istanbul-Konvention.

Sexuelle Gewalt ist in der Schweiz ein Problem. Eine repräsentative Studie von GFS Bern sagt, dass jede fünfte Frau von sexueller Gewalt betroffen ist. Der Bundesrat hält in seinem Bericht vom April dieses Jahres fest, dass auch sexuelle Belästigung ein weitverbreitetes Phänomen ist. Im Expertenbericht zum Postulat Regazzi wurden die wissenschaftlichen und fachlichen Grundlagen der Sexualaufklärung geprüft und anerkannt. Allerdings wurden in der praktischen Umsetzung grosse Unterschiede bei den Methoden und der Qualität festgestellt, insbesondere in den Kantonen der Deutschschweiz.

In der Schweiz sind die Kantone für die Sexualaufklärung zuständig, da stimmen wir mit der Antwort des Bundesrates überein. Doch auf nationaler Ebene gibt es gesetzliche Grundlagen wie das Epidemiengesetz, auf das sich das Nationale Programm HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen (NPHS) stützt. Neben den Kantonen tragen daher auch andere Stellen wie das BAG, das SBFI und die EDK Verantwortung für die Sexualaufklärung und müssen zur Erreichung der standardisierten Qualitätsniveaus beitragen.

"En num da la maioritad da la cumissiun" bitte ich Sie, das Postulat anzunehmen. [PAGE 1839]