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Schmid Samuel · Bundesrat · 2003-03-17

Schmid Samuel · Bundesrat · Bern · 2003-03-17

Wortprotokoll

In der Tat haben sich in jüngster Zeit die Meldungen über Finanzprobleme sowie mutmassliche Betrugsfälle im Schweizer Sport gehäuft. Dies betrifft sowohl einzelne Sportverbände als auch Sportklubs. Der Bundesrat teilt deshalb die Beunruhigung des Fragestellers und beantwortet die Fragen wie folgt:

1. Grundsätzlich wird in den rund 28 000 Sportvereinen und 82 Sportverbänden seriöse und korrekte, meist auch ehrenamtliche Arbeit geleistet. Die Auswüchse und Vergehen betreffen Einzelfälle des kommerzialisierten Sports, wo offensichtlich Handlungsbedarf besteht. Ich treffe mich in den nächsten Tagen mit dem Präsidenten und dem Direktor von Swiss Olympic, dem Dachverband des Schweizer Sports, um Überlegungen zu Verbesserungsmöglichkeiten anzustellen. Der Handlungsspielraum des Bundes im privatrechtlichen Sport ist allerdings sehr eingeschränkt.

2. Die Umsetzungsmassnahmen im Rahmen des Konzeptes des Bundesrates für eine Sportpolitik in der Schweiz sehen für das Jahr 2003 einen zusätzlichen Bundesbeitrag von 800 000 Franken an Swiss Olympic vor. Dieser Betrag muss gemäss Leistungsvereinbarung zweckgebunden zur Entwicklung und zur Umsetzung eines einheitlichen Abrechnungssystems in allen Sportverbänden eingesetzt werden. Durch diese Vereinheitlichung sollen die Transparenz in der Rechnungsführung und die Identifikation von Fehlern erreicht werden. Diese Vorgabe betrifft die Verbände. Ob und inwieweit die kommerziellen Klubs und Sportveranstalter diese Art der transparenten Buchführung übernehmen können und wollen, bleibt abzuwarten. Im Übrigen habe ich das Bundesamt für Sport beauftragt, den Problemkreis zu analysieren und mögliche Konsequenzen vonseiten des Bundes vorzuschlagen. Dabei geht es nicht um irgendwelche neuen gesetzlichen Vorgaben, sondern allenfalls darum, über diese Leistungsvereinbarung die Verbände zu zwingen, in diesem Punkt Fehler so weit als überhaupt möglich auszuschliessen.