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Widmer Céline · Nationalrat · 2023-09-25

Widmer Céline · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2023-09-25

Wortprotokoll

Sie erinnern sich alle: Der schreckliche Krieg, den Putin ausgelöst hat, als er die Ukraine angriff, hat zu grossen Fluchtbewegungen geführt - eine Fluchtbewegung innerhalb von Europa, wie wir sie seit dem Zweiten Weltkrieg nie mehr gesehen haben. Sie erinnern sich auch, dass wir diese grosse Fluchtbewegung in der Schweiz sehr gut bewältigt haben. Ganz viele Schweizerinnen und Schweizer haben ihre Wohnungen geöffnet, Gastfamilien haben ihre Wohnungen angeboten. Zu Beginn waren das sehr schnell 30[NB]000 Personen, die sich bereit erklärt haben, Flüchtlinge bei sich zuhause aufzunehmen. Die Unterbringung in Gastfamilien deckt aktuell immer noch etwa 35 Prozent des Bedarfs ab.

Ich glaube, es ist allen klar, dass die Unterbringung von Geflüchteten in Gastfamilien ein Integrationsbooster ist. Der direkte Kontakt der Geflüchteten mit Gastfamilien führt automatisch zu einer einfacheren Integration in die Gesellschaft. Das ist nicht nur ein Eindruck, den wir alle haben; das haben auch Studien bestätigt, z.[NB]B. eine gemeinsame Studie der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, der Hochschule Luzern und der Berner Fachhochschule. Darin wurde nachgewiesen, dass 70 Prozent der Geflüchteten, die in Gastfamilien untergebracht sind, länger als drei Monate in diesen Gastfamilien geblieben sind und dass die Gastfamilien eine extrem wichtige Unterstützung im Alltag leisten, sei es bei der gesundheitlichen Versorgung, bei der beruflichen Integration, beim Spracherwerb usw. Was diese Studie auch gezeigt hat, ist, dass die Entschädigungen, die die Gastfamilien vom Kanton oder von der Gemeinde erhalten, einen positiven Wert haben und die gute Unterbringung befördern können, wenn sie angemessen ist. Nicht zuletzt ist es auch klar, dass die Gastfamilien die Kantone bei der Integration und Unterbringung entlasten.

Nun ist es aber so, dass die Unterstützung, die die Gastfamilien erhalten, sehr unterschiedlich ist. Es gibt gewisse Kantone oder Gemeinden - auch bei Letzteren gibt es Unterschiede -, in denen die Gastfamilien gar keine Unterstützung erhalten, während andere Kantone oder Gemeinden bis zu 300[NB]Franken[NB]pro[NB]Person ausrichten. Das ist, meine ich, sehr störend, weil die Gastfamilien ja auch die Kantone finanziell entlasten.

Deshalb fordere ich mit meiner Motion, dass man auf Bundesebene die gesetzliche Grundlage dafür schafft, dass Private, die Flüchtlinge unterbringen, einheitlich und angemessen entschädigt werden. Ich glaube, es ist ganz klar, dass die Aufnahme in Gastfamilien Bund, Kantone und Gemeinden gerade zu Beginn enorm entlastet hat. Das sagt auch die Evaluationsgruppe zum Schutzstatus S: Diese privaten Unterkünfte sind ein unverzichtbares Element für die Bewältigung einer Massenflucht. Deshalb, denke ich, wäre es angemessen, dass wir auf Bundesebene die gesetzliche Grundlage für eine einheitliche Handhabung der Entschädigung schaffen, damit wir auch in Zukunft von diesen Gastfamilien profitieren können.

Ich bitte Sie daher, meine Motion anzunehmen.