David Eugen · Ständerat · 2003-03-12
David Eugen · Ständerat · St. Gallen · Christlichdemokratische Fraktion · 2003-03-12
Wortprotokoll
Ich empfinde diesen Vorschlag als überstürzt, denn wir haben in der Kommission wirklich intensiv darüber beraten und uns auch von Wissenschaftlern beraten lassen, inwieweit diese Embryonen noch benutzt werden können. Und jetzt kommen andere Wissenschaftler und sagen: Nein, das ist ganz anders; die gefrorenen Embryonen können noch viel länger benutzt werden. Das löst bei mir - ich bezweifle nicht, dass es hier verschiedene Meinungen gibt - folgende Reaktion aus: Die Verlässlichkeit dieser Auskünfte ist nicht in dem Mass gegeben, dass wir einen so empfindlichen, sensiblen Entscheid einfach kurzerhand treffen könnten. Ich bin der Meinung, es sei Sache des Zweitrates, sich darüber nochmals von allen Seiten ganz genau informieren zu lassen, auch von jenen Seiten selbstverständlich, die Frau Beerli informiert haben, dass das ganz anders sei, als man es in der Kommission gesagt habe.
Daher wäre es nicht richtig, wenn wir ohne Kenntnis der wissenschaftlichen Basis hier einfach wieder eine Wertentscheidung in die andere Richtung fällten, nämlich Richtung Freigabe menschlichen Keimgutes für die Nutzung der Forschung am Menschen. Ich denke, das ist nicht richtig. Wir haben jetzt den Weg eingeschlagen, sehr sorgfältig zu entscheiden; ich bitte darum, ihn auch so zu gehen.