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Stark Jakob · Ständerat · 2024-03-04

Stark Jakob · Ständerat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2024-03-04

Wortprotokoll

Ich nehme gerne kurz Stellung zu dieser Stellungnahme. Ich danke Ihnen, Herr Bundesrat, für die Stellungnahme. Sie ist aber doch sehr unbestimmt. Doch habe ich dafür auch Verständnis, denn im Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation laufen derzeit die Arbeiten für die BFI-Botschaft 2025-2028, und dieser Arbeit wollen Sie nicht vorgreifen. Ich erlaube mir nur eine Bemerkung zu Ihrer Stellungnahme sowie zwei ergänzende Hinweise zum Thema.

Zur Bemerkung: Im letzten Absatz der bundesrätlichen Stellungnahme wird auf die Unterstützung durch den Schweizerischen Nationalfonds verwiesen. Das wäre toll, doch es gibt meines Erachtens keine Rechtsgrundlage für die Unterstützung von Forschungseinrichtungen wie dem Archiv für Agrargeschichte durch den Nationalfonds. Der Nationalfonds hat auch noch nie die Erschliessung von Archivalien durch eine Forschungseinrichtung wie das Archiv für Agrargeschichte unterstützt. Dies einfach meine Bemerkung zum Nationalfonds. Selbstverständlich würde ich eine derartige Öffnung des Nationalfonds begrüssen.

Zum ersten Hinweis: Das Archiv für Agrargeschichte sichert und erschliesst Unterlagen und Quellen von allen Organisationen der Land- und Ernährungswirtschaft, also von aktuellen Organisationen wie dem Schweizer Bauernverband oder Bio Suisse oder von aufgelösten Organisationen wie [PAGE 94] der Jungbauernbewegung oder der Fédération des sociétés d'agriculture de la Suisse romande. Dabei werden, und das ist ganz wichtig, auch viele Bilder und Filme des landwirtschaftlichen und ländlichen Lebens des 20.[NB]und auch des[NB]19.[NB]Jahrhunderts gesichert. Das geht weit über die engere Land- und Ernährungswirtschaft hinaus und umfasst einen grossen Teil des Lebens und Arbeitens der ländlichen Gesellschaft in der Schweiz lange vor der Mechanisierung, also in einer Welt, als die grosse Mehrheit der Schweiz noch in ländlichen Räumen lebte. Dieses unwiederbringliche Kulturgut, seien es Filme, seien es Fotos, ist von nationalem Interesse.

Der zweite Hinweis: Das Archiv für Agrargeschichte archiviert Quellen und bereitet sie digital auf. Die Quellenbestände überlässt es dem Bundesarchiv oder den kantonalen Staatsarchiven. Aber die umfangreichen digitalisierten Quellenbestände des Agrararchivs werden der Forschung und der Öffentlichkeit unentgeltlich und im Open Access zur Verfügung gestellt. Durch diese Art des Arbeitens benötigt das Archiv für Agrargeschichte nur sehr wenig Infrastruktur und Personal. Ein besseres Input-Output-Verhältnis ist eigentlich gar nicht möglich.

Trotzdem benötigt das Archiv nun eine bescheidene Unterstützung durch den Bund. Im Gesuch ist erwähnt, dass sie 220[NB]000 Franken pro Jahr entspricht. Das ist ein kleiner Betrag, aber mit grosser Wirkung, und ich denke, er ist auch finanzpolitisch vertretbar und verkraftbar.

Je vous remercie, Monsieur le conseiller fédéral, de votre attention et de votre soutien.

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