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Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2024-05-29

Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2024-05-29

Wortprotokoll

Spitzenleistungen können wir als Schweiz nicht alleine bewerkstelligen. Wir sind auf alle angewiesen - weltweit. Wenn Menschen aus dem Ausland zu uns kommen, ist das wunderbar; wenn sie nicht kommen, sind wir dringend auf die internationale Zusammenarbeit angewiesen. Die Corona-Pandemie hat es gezeigt: Nur dank internationaler Zusammenarbeit und Forschung war es möglich, so schnell Kenntnisse über das Virus zu haben, so schnell eine Impfung und auch Medikamente entwickeln zu können. Es ist also im eigenen Interesse der Schweiz, diese Programme zur Zusammenarbeit zu unterstützen.

Meine Minderheitsanträge betreffen die Mobilitätsprogramme, die Talentförderung, die Stipendien für ausländische [PAGE 885] Studierende, die Forschungsförderung - nicht zuletzt des Schweizerischen Nationalfonds und der Akademien der Wissenschaften -, die Innosuisse und auch die internationale Zusammenarbeit im Bereich von Forschung und Innovation. Das Konzept der Minderheit entspricht auch hier einer Erhöhung um 2,5 Prozent, so wie es von vielen Institutionen aus der Praxis sowie von den Kantonen gefordert wird. Auch hier geht es wieder um den Erhalt des Status quo respektive darum, dass es zu keinem Qualitätsabbau kommt. Und auch wenn teilweise nur kleine Beträge gesprochen werden, so haben sie doch eine grosse Wirkung. Das SBFI wollte an gewissen Orten sogar einiges mehr.

Wir wollen weder eine Erhöhung der Studiengebühren noch weniger Stipendien. Wie ausgeführt wurde, sind die Stipendien schon heute zu tief, weshalb eigentlich ein klarer Ausbau nötig wäre. Wir wollen die Topleute und nicht die Vermögenden. Es wurde vorhin erwähnt, dass das Leben in der Schweiz teuer ist. Mit der Erhöhung der Studiengebühren wird es noch teurer und unerschwinglicher für viele, selbst wenn danach ein Grossteil der Absolventen in der Schweiz bleibt. Wir sprechen von rund 150 Stipendien pro Jahr - das sind eigentlich beschämend wenige, zumal die Schweiz nachher Topfachkräfte hat, die hierbleiben oder, im Fall einer Rückkehr in ihr Herkunftsland, in Zusammenarbeit verbleiben. In beiden Fällen profitiert die Schweiz.

Beschneiden wir die Forschungsgelder, so beschneiden wir die Schweizer Gesellschaft und die Schweizer Wirtschaft. Die Forschung macht nun mal nicht an der Schweizer Grenze halt. Wir sind auf Zusammenarbeit angewiesen und damit auch auf Mobilität und Austausch. Forscher und Forscherinnen sind auf die Forschungsförderung, unter anderem auf diejenige des Schweizerischen Nationalfonds und der Akademien der Wissenschaften, angewiesen. Die Schweiz ist aus dem Programm Horizon raus, deshalb ist die eigene Forschungsförderung umso wichtiger.

Die Forschung ist auch zentral für die Bewältigung anstehender Probleme, von denen ich nur zwei erwähne: die Klimakrise und die künstliche Intelligenz. Es trifft unsere eigenen Forscher und Forscherinnen, wenn weniger Forschungsgelder ausgerichtet werden. Wir haben damit am Schluss eine weniger zukunftsträchtige Forschung und auch weniger Lösungen. Immer wieder wurde auch seitens des Bundesrates gesagt, dass die Schweiz top bleiben will. Dafür müssen wir aber etwas tun. Neben der Projektunterstützung in der Forschung brauchen wir auch die national wichtigen Forschungsinstitutionen als Unterstützung der Universitäten und der ETH als spezifische Kompetenzzentren.

Wir bitten Sie in diesem Sinne, die Minderheiten Prelicz-Huber zu unterstützen.