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Vollmer Peter · Nationalrat · 2003-05-07

Vollmer Peter · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2003-05-07

Wortprotokoll

In der Eintretensdebatte wurde verschiedentlich auch die Situation im Tourismus kritisiert, und es wurde zum Teil darauf hingewiesen, dass wir im Tourismus in Problemen stecken. Es wurde eine ganze Anzahl von Gründen aufgezählt: vom 11. September 2001 über Sars, Irak und Swissair bis zum Wechselkurs. Das sind ja alles Gründe, aber - ich kann das als einer, der auch im Tourismus tätig ist, selber sagen - ein Grossteil der Probleme im Tourismus sind hausgemacht. Ein Grossteil der Probleme sind bei uns selber anzusiedeln, wir könnten sie auch selber lösen und an die Hand nehmen.

Ein ganz entscheidendes Problem im Tourismus ist das Qualitätsproblem. Wir haben im Tourismus ein Qualitätsproblem, und dieses Qualitätsproblem hat im Wesentlichen auch einen Namen: es heisst Qualifizierungsproblem. Man hat in diesem Lande allzu lange gemeint, man könne mit Billigstarbeitskräften und noch billigeren und noch unqualifizierteren Leuten gute Geschäfte machen, und hat vergessen, dass es im Tourismus eben um eine Dienstleistung, um eine Kundenbeziehung geht, dass es hier eben ein gewisses Feuer, einen "accueil" braucht und dass wir, vor allem wenn wir das Qualitätsproblem angehen wollen, deshalb auch ganz spezifisch das Qualifizierungsproblem angehen müssen.

Genau darauf zielt mein Minderheitsantrag ab. Wenn wir heute mit dieser Gesellschaft für Hotelkredit eine Refinanzierung machen und neue Bedingungen festlegen, dann sollten wir gegenüber dieser Branche, gegenüber denjenigen, die davon profitieren wollen, auch ganz klar zum Ausdruck bringen, dass nur diejenigen zum Zuge kommen, die die minimalen Voraussetzungen erfüllen und auch ihren Beitrag zur Grund- und Weiterbildung leisten, weil sie damit die entscheidende Grundlage für die Zukunft ihrer Betriebe legen. Es ist also nicht irgendein weltfremdes Kriterium, das in dieses Gesetz gepflanzt wird. Es ist eine zentrale Angelegenheit, über die sich eigentlich alle, die mit dem Tourismus zu tun haben, sehr wohl im Klaren sind. Ich meine, wir vergeben uns nichts, im Gegenteil: Mit der Aufnahme dieser Bestimmung unterstreichen wir unseren Willen, dass wir wohl dieser Branche helfen wollen, dass wir die Gesellschaft für Hotelkredit auch in Zukunft brauchen, dass wir aber von ihr auch erwarten, dass sie sich bei diesen zentralen Problemen bewegt.

Es wäre ungerecht und falsch zu sagen, die Branche als Ganzes würde sich nicht bewegen. Es gibt einige, die es sehr wohl begriffen haben; es gibt aber leider einige, die es überhaupt noch nicht begriffen haben. Diejenigen, die hier eine entsprechende Hilfe beanspruchen, sollen es aber begreifen müssen, sonst erfüllen sie ihre Aufgabe in Zukunft nicht und schaffen selber die Voraussetzungen dafür, dass wir mit dem Tourismus wieder Probleme haben, weil sie das Qualitätsproblem nicht effizient genug angehen.

Ich bitte Sie deshalb, in diesem Zusammenhang ein Zeichen zu setzen, diese Ergänzung zu Artikel 6 aufzunehmen und zu sagen: Gut, wer diese Kredite beansprucht, der muss eine angemessene Leistung im Bereich der Qualifizierung erbringen, damit wir auch in dieser Branche einen Beitrag zur Verbesserung des Qualitätsproblems leisten und nicht nur quasi immer wieder die externen Faktoren heranziehen, um zu erklären, weshalb es uns schlecht geht. Machen wir unsere Aufgaben, steuern wir hier einen Teil zur Lösung unserer eigenen Probleme bei.

Ich bitte Sie deshalb, dieser Ergänzung von Artikel 6 zuzustimmen.