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AB 342063

Bregy Philipp Matthias · Nationalrat · Wallis · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2024-06-13

Wortprotokoll

Es ist interessant, wenn man nach dem Thema Wein über das Thema Wasser sprechen darf. Aber es ist nun mal so, dass das Wasser gerade auch für den Wein und besonders natürlich für den Schweizer Wein von grösster Bedeutung ist. Sie alle kennen vielleicht den Film "An heiligen Wassern". Es ist die Geschichte, wie man vor langer Zeit Wasser von dort, wo es entsteht - bei den Gletschern, an den Quellen -, hinunter zu den fruchtbaren Flächen gebracht hat. Es war der erste Schritt zur Nutzbarmachung von vielen Fruchtfolgeflächen usw.

Was damals der erste Schritt war, ist heute überlebenswichtig. Die klimatischen Veränderungen zwingen uns, in diesem Bereich wieder stärker tätig zu werden, das Wasser dorthin zu bringen, wo die Pflanzen es brauchen, und so die Ernährungssicherheit in diesem Land zu stärken. Ich bin froh, teilt der Bundesrat viele meiner Auffassungen. Die längeren Trockenphasen sind eine Herausforderung für die Landwirtschaft. Längere Trockenphasen bedeuten vor allem schwankende Erträge. Schwankende Erträge haben zwei entscheidende Nachteile: erstens weniger Ernährungssicherheit und zweitens schwankende Einnahmen für die Landwirte. Bewässerungssysteme, wie im Film "An heiligen Wassern", sind auch heute die Lösung. Sie können helfen, das Wasser gezielt und in der richtigen Menge dort einzusetzen, wo es benötigt wird. Bewässerungssysteme sind aber teuer, und daher braucht es finanzielle Unterstützung. Es braucht eine Strategie, um nachhaltige Bewässerungsstrukturen zu unterstützen, und zwar im Sinne einer strategischen Strukturverbesserung: nicht zum Erhalt von allem und jedem, sondern zum gezielten Einsatz der Mittel.

Der Bundesrat anerkennt diese Punkte. Warum braucht es mein Postulat trotzdem? Um das zu verstehen, müssen Sie den Inhalt ein bisschen genauer studieren, denn es geht um drei Punkte:

Erstens soll das Postulat gemeinsam mit den Kantonen erfüllt werden. Die Kantone sollen integriert werden, sie sollen abgeholt werden. Das ist aktuell noch nicht ausreichend der Fall.

Zweitens soll der Bedarf der Erneuerung einerseits und des Ausbaus andererseits erhoben werden. Im Unterschied zu heute soll das nicht punktuell, individuell, projektbezogen geschehen, wie beispielsweise bei der Bewässerung des Weins im Wallis, sondern generell, flächendeckend für unser Land. Denn die Wasserknappheit ist nicht ein Problem gewisser Regionen, sondern der ganzen Schweiz.

Zuletzt soll ein ganzheitliches Konzept zur Finanzierung ausgearbeitet werden, das nicht individuelle Projekte unterstützt, sondern klare Kriterien für alle aufstellt.

Anders formuliert: Mein Postulat verlangt eine Gesamtschau. Der Postulatsbericht soll eine strategische Niederschrift dieser Ideen und Lösungswege sein. Zuletzt soll es eine faire, für alle gleiche Finanzierung geben. Eine solche Gesamtschau fehlt beim Bundesrat, obwohl - und das anerkenne ich an dieser Stelle durchaus - erste Massnahmen ergriffen wurden.

Erlauben Sie mir zu guter Letzt noch eine Randbemerkung. Sollte es denn so sein - bewusst im Konjunktiv -, wie es der Bundesrat sagt, dass alles schon in Bearbeitung sei und ohnehin komme, was ich nicht glaube, aber auszuschliessen ist es ja nie, dann gäbe es auch keinen Grund, dieses Postulat abzulehnen. Denn dieses Postulat macht deutlich, was wir in der Schweiz brauchen: Wir brauchen in der Schweiz Ernährungssicherheit, und diese gewährleisten wir, indem wir das Wasser dorthin bringen, wo die Pflanzen wachsen und wo dieses das Wachstum gezielt unterstützt.

In diesem Sinne bitte ich Sie, diesem Postulat zuzustimmen und dem Bundesrat den Auftrag zu geben, eine Gesamtschau vorzunehmen.