Häberli-Koller Brigitte · Ständerat · 2024-06-13
Häberli-Koller Brigitte · Ständerat · Thurgau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2024-06-13
Wortprotokoll
Ich möchte den Bundesrat beauftragen, aufzuzeigen, wie die Anforderungen an sowie die Eignung, Ausbildung und Prüfung von Assistenzhunden geregelt sind und wo allenfalls Verbesserungspotenzial besteht. Heute gibt es nämlich keine Regelungen über die Zulassung von Assistenzhunden. Nur wenige Ausbildungsstätten folgen den international anerkannten Richtlinien der Assistance Dogs International, welche einen qualitativen Mindeststandard gewährleisten. Deutschland und Österreich kennen bereits gesetzliche Bestimmungen und arbeiten auch mit entsprechenden Verordnungen und mit entsprechenden Richtlinien. Die Schweiz hat 2014 das Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ratifiziert und ist verpflichtet, Hindernisse zu beheben, mit denen Menschen mit Behinderungen konfrontiert sind, sie gegen Diskriminierungen zu schützen und ihre Inklusion und ihre Gleichstellung in der Gesellschaft zu fördern.
Ich bitte Sie, dieses Postulat anzunehmen. Denn es geht mir hier nicht um einen hundertseitigen Bericht, vielmehr geht es mir um eine kompakte Übersicht über die heutige Situation in der Schweiz, um eben festzustellen, ob Handlungsbedarf besteht. Es geht mir darum, zu erkennen, ob die Anforderungen an die Ausbildung von Assistenzhunden und eben auch an die Ausbildnerinnen und Ausbildner transparent, qualitativ hochstehend und für alle Beteiligten fair sind.
Denken wir daran, dass solche Hunde für die betroffenen Menschen oftmals die einzige Möglichkeit sind, selbstständig am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, zum Beispiel den Arbeitsweg zu bewältigen, einzukaufen, eine Veranstaltung zu besuchen, den Bus oder den Zug zu benützen. Es braucht deshalb Sicherheit, und es braucht Eckwerte betreffend die Anforderungen an die Ausbildnerinnen und Ausbildner dieser Hunde. Es geht also um die Sicherheit von Menschen mit einer Sehschwäche, von blinden Menschen und von Menschen mit einer anderen Behinderung. Es geht um die Menschen, die dank einem gut ausgebildeten Assistenzhund am täglichen Leben teilnehmen, arbeiten und unterwegs sein können.