Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2024-09-19
Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2024-09-19
Wortprotokoll
Wir erinnern daran: Die Gesellschaft braucht Kultur, Kultur ist gar überlebenswichtig für unser Wohlbefinden, für unsere Gesundheit, für unsere Identität. Das zeigen auch unsere Eigenarten. Kultur trägt sehr viel dazu bei, den Kitt und den Zusammenhalt in der Gesellschaft zu bewahren, und sie ist mit einer Wertschöpfung von über 15 Milliarden Franken jährlich ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.
Für uns Grüne ist die Kulturbotschaft wichtig. Wir hatten mit der bundesrätlichen Vorlage eine knappe Erhöhung, die [PAGE 1732] einen Teil der Teuerung ausgleichen würde. Wir Grünen haben deshalb an verschiedenen Orten Erhöhungen gefordert, um mehr oder weniger den Status quo erhalten zu können, weil wir mit mehr Anträgen von Künstlern und Künstlerinnen konfrontiert sind, was uns ja eigentlich freuen müsste. Wir haben festgestellt, dass die Arbeitsbedingungen vieler Künstler und Künstlerinnen alles andere als erfreulich sind. Eine Studie zeigt, dass bei den Selbstständigen über 60 Prozent über ein Einkommen von monatlich teilweise deutlich unter 4000 Franken verfügen.
Leider fanden wir für diese Erhöhungen keine Mehrheiten, aber wir möchten uns wenigstens für die Vorlage des Bundesrates engagieren. Wir wollen also keine Kürzungen, auch nicht eine Kürzung um 6,5 Millionen Franken bei Pro Helvetia. Wir sind deshalb sehr erfreut, können wir heute mit einem Mehrheitsantrag hinstehen, der hoffentlich angenommen werden wird, denn die Kürzung hätte für Pro Helvetia einen grossen Einschnitt bedeutet; sie hätte einmal mehr weniger Projektunterstützung bedeutet und damit die Kulturschaffenden direkt betroffen, weil keine Unterstützung auch keinen Lohn bedeutet. Sie hätte weniger Promotion und Vernetzung im Ausland bedeutet, die aber für die Entwicklung der Karrieren von Künstlern und Künstlerinnen wichtig sind. Auch die Aussenstellen helfen den Kulturschaffenden direkt, geht es doch beispielsweise um Ausstellungen, nicht einfach nur um sogenannte Infrastrukturkosten. Pro Helvetia[NB]musste ihre Unterstützung in den letzten Jahren schon zurückstecken, nicht zuletzt wegen der steigenden Zahl der Anfragen. Das bedeutet simpel und einfach: pro Anfrage weniger Geld, und dies, obwohl es ja mehr geben müsste, wenn wir die Arbeitsbedingungen verbessern möchten.
Es gab Diskussionen über die Ausrichtung von Pro Helvetia: Welche Auslandaktivitäten finden wo, an welchem Standort und mit welchen Inhalten statt, und wie viel macht wirklich Sinn? Das war für die Mehrheit der Anlass für Kürzungen. Wir Grünen wollten das nicht. Pro Helvetia steht in einem Überprüfungsprozess. Bis Ende Jahr, wir haben es gehört, soll die zukünftige Ausrichtung auf dem Tisch liegen und sollen wir wieder informiert werden. Das macht Sinn, dies aber sicher ohne Stopp bzw. Kürzung der Gelder. Für uns ist die Arbeit von Pro Helvetia sehr wichtig, vor allem auch die direkte Unterstützung der Kulturschaffenden. Auch wenn es eine Neuausrichtung gibt und andere Schwerpunkte gewählt werden: Eine Kürzung der Gelder wollen wir nicht, denn das Geld ist nötig und wichtig.
Wir bitten Sie deshalb, der Mehrheit zu folgen.