Marti Min Li · Nationalrat · 2024-09-19
Marti Min Li · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2024-09-19
Wortprotokoll
Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass die Nutzung von sozialen Medien insbesondere bei jungen Mädchen psychische Erkrankungen verstärken kann, z.[NB]B. im Bereich von Essstörungen. Ein Auslöser dafür könnten auch Bilder sein, die auf den sozialen Medien transportiert werden, die komplett unrealistische Körperbilder zeigen, die retuschiert wurden, die manipuliert wurden, die aber vorgaukeln, dass sie echt sind. Das können Posts sein, das kann aber auch Werbung sein, die eben jugendlichen, jungen Menschen vorgaukeln, wie Körper in der Realität aussehen, obwohl sie das nicht tun.
Unsere ehemalige Kollegin Sandra Locher Benguerel hat darum hier ein Postulat eingereicht, das vom Bundesrat einen Bericht verlangt, der aufzeigen soll, mit welchen Massnahmen gegen die zunehmende Verbreitung von retuschierten Körperbildern vorgegangen werden kann. Eine der möglichen Massnahmen ist z.[NB]B. eine Kennzeichnungspflicht, damit man klar weiss, dass ein Bild echt ist oder dass es retuschiert wurde. Sie verlangt in diesem Bericht auch weitere Massnahmen wie Sensibilisierungsmassnahmen oder Präventionsmassnahmen. Der Bundesrat weist ja selber darauf hin, dass Sensibilisierungskampagnen, Sensibilisierungsarbeit wichtig ist. Aber der Bericht soll dem Bundesrat auch die Gelegenheit geben, hier weiter zu gehen und zu prüfen, ob es [PAGE 1737] nicht auch regulatorische Massnahmen geben könnte, wie eine Kennzeichnungspflicht, die verschiedene andere Länder, wie z.[NB]B. Norwegen oder Frankreich, auch eingeführt haben. Der Bericht würde dem Bundesrat die Gelegenheit geben, die ganze Palette an möglichen Massnahmen aufzuzeigen, um dieses Problem anzugehen.
Ich bitte Sie, dieses Postulat zu unterstützen, damit wir auch wirklich mehr Wissen über dieses Problem erlangen und besser wissen, wie wir dieses Problem angehen können.