Bürgi Roman · Nationalrat · 2025-03-05
Bürgi Roman · Nationalrat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2025-03-05
Wortprotokoll
Neulich hatte ich an einem grösseren Bahnhof zwischen zwei Anschlusszügen einige Minuten Zeit, um meinen Hunger zu stillen. Zur Auswahl standen zwei Essensstände, der eine mit Sandwiches im Angebot, der andere verkaufte Bratwürste. Da ich eigentlich gerade Lust auf ein Sandwich hatte, stand ich in der Schlange, um mir ein solches zu kaufen. Vorne angekommen, kam dann aber die grosse Überraschung: Der etwas überhebliche Verkäufer erklärte mir in einem klaren Tonfall, dass er die Zwanzigernote, die ich ihm hinstreckte, nicht annehme, Bargeldzahlung sei nicht möglich. Dankend, ohne etwas zu kaufen, wandte ich mich schnurstracks ab und machte mich auf den Weg zum Bratwurststand, an welchem nicht nur meine Zwanzigernote gerne angenommen wurde, sondern wo auch die Bratwurst noch sehr gut schmeckte. So, wie dem Sandwichverkäufer in meiner Geschichte ein Geschäft durch die Lappen ging, so machte der geschäftstüchtige Bratwurstverkäufer durch seine Bargeldannahme ein wenig mehr Gewinn an diesem Tag. Ich mag es dem tüchtigen Herrn von Herzen gönnen.
Bargeld, das ist ein Gewinn - ein Gewinn für unsere Gesellschaft, für unsere Freiheit und für unsere Sicherheit. Es ist mir bewusst, dass gewisse Kreise, die unsere Souveränität und Eigenständigkeit endgültig begraben möchten, ein Interesse daran haben, dass jede Bürgerin und jeder Bürger in unserem Land perfekt überwachbar ist. In einer bargeldlosen Welt wäre dies einfach. Die Kartenzahlung wird für die Bratwurst schnell einmal abgelehnt, da der Fleischkonsum von Herrn und Frau Schweizer angeblich das gesamte Weltklima ruiniert. Stellen Sie sich vor, es wäre nicht mehr möglich, dass Sie Ihrem Patenkind einen Göttibatzen geben. Dem Musiker am Strassenrand könnte man nichts mehr in den Hut werfen, und dem tüchtigen Handwerker könnte man für seine gute Arbeit kein Trinkgeld mehr in bar geben.
Bargeld bedeutet Freiheit und Sicherheit. In einer Zeit, in der viele Menschen das Gefühl haben, dass sowohl ihre Freiheit als auch ihre Sicherheit bedroht sind, muss das Parlament nicht noch zusätzliche Entscheide treffen, die die Menschen weiter zweifeln lassen.
Wem aber gehört eigentlich das Geld? Dem Bürger oder dem Staat? Wer das Geld abschaffen will, der möchte nichts anderes als die totale Kontrolle über das Leben der Menschen. Heute kann jeder von uns mit einer Banknote bezahlen, ohne dass eine Bank oder ein Unternehmen unsere Kaufgewohnheiten überwacht und analysiert und ohne dass man irgendwo registriert wird. Doch stellen Sie sich eine Welt vor, in der Bargeld nicht mehr existiert. Dann bestimmen die Banken, ob Sie Ihr eigenes Geld beziehen dürfen oder nicht. Dann entscheiden internationale Finanzkonzerne, ob eine Transaktion zulässig ist oder nicht. Dann kann ein Staat in einer Krise kurzerhand Bankkonten einfrieren, willkürliche Transaktionslimiten setzen oder gar Guthaben mit Negativzinsen belasten. Und glauben Sie mir: Was einmal eingeführt ist, wird immer weiter ausgebaut.
Wer die Entwicklung der letzten Jahre beobachtet hat, der weiss, dass Überwachung und Kontrolle zunehmen. In Kanada wurden Konten von Demonstranten gesperrt, nur weil sie es gewagt hatten, gegen die Regierung zu protestieren. In China existiert bereits ein Sozialkreditsystem, in dem Menschen mit digitalem Geld belohnt oder bestraft werden. Und wenn Sie glauben, so etwas könne in der Schweiz nie passieren, dann darf ich Sie daran erinnern, was vor einigen Jahren noch als Verschwörungstheorie galt und heute Realität ist. Bargeld ist nicht einfach nur eine veraltete Zahlungsmethode. Es ist ein Bollwerk gegen den Überwachungsstaat, gegen die schleichende Enteignung der Bürgerinnen und Bürger, gegen die Allmachtsfantasien der Politik, die sich immer weiter von den Menschen entfernt, und vor allem auch ein Mittel für Freiheit.
Wer gegen das Bargeld ist, ist gegen die Freiheit. Wer gegen das Bargeld ist, will eine Gesellschaft, in der Bürgerinnen und Bürger entmündigt, überwacht und gelenkt werden. Stimmen Sie im Sinne von "Das eine tun und das andere nicht lassen". Stimmen Sie für die Freiheit, stimmen Sie für die Eigenverantwortung der Menschen, stimmen Sie für das Bargeld.