Müller Damian · Ständerat · 2025-03-06
Müller Damian · Ständerat · Luzern · FDP-Liberale Fraktion · 2025-03-06
Wortprotokoll
Besten Dank, Frau Bundesrätin, für Ihre Antwort auf meine Interpellation. Ich habe mir trotzdem erlaubt, das Wort zu ergreifen, weil ich der Auffassung bin, dass Sie als Bundesrätin hier einige Pflöcke einschlagen könnten. Krebs ist bekanntlich die zweithäufigste Todesursache in unserem Land. Jährlich sterben über 17[NB]000 Menschen an dieser Krankheit. Angesichts dieser alarmierenden Zahl muss präventiven Massnahmen, insbesondere Screening-Programmen, unbedingt die nötige Bedeutung zugemessen werden.
In Ihrer Stellungnahme verweisen Sie auf die Zuständigkeit der Kantone und die Notwendigkeit weiterer Abklärung. Doch während wir abwarten, verlieren Menschen ihr Leben. Wir brauchen jetzt einen Plan für die Früherkennungsprogramme, diese müssen angemessen priorisiert und ausgebaut werden.
Ich begrüsse in diesem Zusammenhang die Motion Balmer 24.3736 zur Schaffung einer nationalen Präventionsstrategie 2040. Denn Früherkennung ist auch Prävention. Dieser Vorstoss geht in die gewünschte Richtung, unterstreicht jedoch die Notwendigkeit eines übergeordneten und koordinierten Ansatzes, welcher auch die zunehmenden Screening-Möglichkeiten mit einbezieht.
In meiner Interpellation habe ich auf die Situation der kantonalen Krebs-Screening-Programme hingewiesen und die Notwendigkeit eines flächendeckenden nationalen Programms, das sich auf die häufigsten Krebsarten fokussiert, betont. Der Masterplan 2025 von Oncosuisse liefert hierfür wertvolle Grundlagen und unterstreicht die Bedeutung der Früherkennung mit konkreten Zielen. Bis 2032 sollen 90 Prozent der Zielgruppen Zugang zu systematischen und standardisierten Früherkennungsprogrammen erhalten. Die Schaffung eines nationalen, durch die Krankenkassen vergüteten Krebs-Screening-Programms ist der richtige Weg, um dieses ambitionierte, aber dringend notwendige Ziel zu erreichen und die steigenden Krebserkrankungen in der Schweiz effektiv zu bekämpfen.
Ein national koordiniertes Programm würde zudem den administrativen Aufwand bei den Krankenversicherungen deutlich reduzieren. Die derzeit kantonal unterschiedlich geregelten Leistungspflichten führen zu einem erheblichen Mehraufwand bei den Rechnungsabwicklungen und zu vielen Rückfragen der Versicherten. Eine nationale Koordination mit klaren Regeln würde die Ineffizienz beseitigen und somit auch Ressourcen für die eigentliche Gesundheitsversorgung freisetzen.
Sie kennen die Situation, Frau Bundesrätin: Jeder einzelne Kanton regelt es selber. Das bedeutet, dass gewisse Menschen und insbesondere Frauen in einem Kanton ein Programm nützen können, während in anderen Kantonen kein solches Programm stattfindet. Ich glaube, es wäre angemessen, ein flächendeckendes nationales Krebs-Screening-Programm, welches sich auf die meistverbreiteten Krebsarten fokussiert, in die genannte Motion zu integrieren.
Ich bin überzeugt, dass Sie, Frau Bundesrätin, zusammen mit der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren und allenfalls auch zusammen mit Gesundheitsförderung Schweiz an einem runden Tisch Pflöcke einschlagen können. Ich danke Ihnen, wenn Sie mein Anliegen für die Zukunft so aufnehmen können.