Leumann-Würsch Helen · Ständerat · 2003-06-12
Leumann-Würsch Helen · Ständerat · Luzern · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2003-06-12
Wortprotokoll
Ich kann mich sehr kurz fassen. Kollege Cornu hat eigentlich all das gesagt, was ich auch sagen wollte, denn ich fand, dass bis anhin bei der Betreuung der Anspruch der Kinder viel zu kurz kam. An dieses Kind, das in eine Familie hineingegeben wird, das sich von einem Tag auf den anderen an eine neue Familie gewöhnen muss - in der die Mutter berufstätig ist, denn es bekommen ja nur die berufstätigen Mütter diesen entsprechenden Erwerbsersatz -, muss vor allen Dingen gedacht werden.
Stellen Sie sich vor, Sie holen ein Kind am Samstag, und am Montag müssen Sie wieder arbeiten gehen. Ein Kind, sei es jetzt drei Monate alt - vorher bekommen Sie es ja gar nicht - oder sei es drei Jahre alt. Das ist für mich im Interesse des [PAGE 541] Kindes absolut unzumutbar. Ich bin sogar der felsenfesten Überzeugung, dass das auch im Abstimmungskampf ein Argument sein kann. Ich kann mir nicht vorstellen, dass eine Frau oder ein Mann sagt - wenn man dann in der Argumentation darlegt, wie sich das in der Praxis wirklich abspielt -, sie oder er lehne das Gesetz ab, weil eine Adoptivmutter diesen Erwerbsersatz bekommt. Wenn jemand gegen diese Auszahlung des Erwerbsersatzes ist, dann ist er grundsätzlich dagegen. Aber wenn er im Grundsatz dafür ist, dann wird er nicht deswegen, weil eine Adoptivmutter etwas bekommt, Nein stimmen - im Gegenteil!
Ich bitte Sie also dringend, der Mehrheit zu folgen.