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Jost Marc · Nationalrat · 2025-03-19

Jost Marc · Nationalrat · Bern · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-03-19

Wortprotokoll

Die Sicherheitslage in Europa ist so angespannt wie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr; wir wissen das. Der Angriffskrieg gegen die Ukraine sowie die Unsicherheit hinsichtlich der Verlässlichkeit der USA als militärischer Partner und der Trump-Administration zwingen uns auf verschiedenen Ebenen zum Handeln. Die Schweiz braucht eine starke Armee. Sie muss über ausreichende Ressourcen verfügen, und neben finanziellen Mitteln, die das Parlament bereits gefordert hat, braucht es genügend Soldatinnen und Soldaten, die bereit sind, unser Land zu verteidigen.

Doch nicht nur die militärische Sicherheit ist entscheidend. Das Ausmass der Naturkatastrophen, Grossereignisse und Notlagen hat in den letzten Jahren zugenommen. Der Zivilschutz spielt dabei eine zentrale Rolle zum Schutz der Bevölkerung. Aktuell leidet er unter einem erheblichen Personalmangel. Bereits jetzt fehlen 12[NB]000 Zivilschutzangehörige, um das vom Bundesrat festgelegte Ziel von 72[NB]000 Zivilschutzangehörigen zu erreichen. Ohne Gegenmassnahmen droht daher ein massiver Leistungsabbau in diesem Bereich. Dieses Thema haben wir in dieser Session bei der[NB]Teilrevision[NB]des[NB]Bevölkerungs- und Zivilschutzgesetzes bereits behandelt. Die Schweiz braucht auch einen starken Zivilschutz.

Der Zivildienst ist ebenso wichtig. Über 5000 Einsatzbetriebe in der Schweiz profitieren von den Leistungen der Zivildienstleistenden, die in Bereichen wie dem Gesundheitswesen, der sozialen Arbeit, der Landwirtschaft oder dem Umweltschutz tätig sind. Sie unterstützen Spitäler, Altersheime, Behinderteneinrichtungen und helfen Bergbauernfamilien bei der Pflege ökologisch bewirtschafteter Flächen. Viele dieser Dienste würden ohne den Zivildienst kaum oder nur eingeschränkt erbracht werden. Daher ist der Zivildienst in der Gesellschaft breit anerkannt und geschätzt. Deshalb: Die Schweiz braucht ebenso einen starken Zivildienst.

Die Personalbestände sollten in der Armee, im Zivilschutz und auch im Zivildienst gestärkt werden. Leider sehen dies sowohl Links wie auch Rechts bei dieser Debatte hier anders. Sie möchten nämlich das eine stärken und das andere schwächen. Dabei gibt es doch eine Alternative: Die Service-citoyen-Initiative ermöglicht genau das. Sie schafft eine Lösung, die nicht den einen Bereich auf Kosten des anderen stärkt, sondern alle Formen des Engagements fördert. Anstatt Militärdienst, Zivildienst und Zivilschutz gegeneinander auszuspielen, sollten wir unser Milizsystem insgesamt stärken. Unsere Sicherheit hängt nicht nur von einer starken Armee ab, sondern ebenso von einem gut funktionierenden Zivilschutz und Zivildienst und der entsprechenden Infrastruktur.

Mit dem Service citoyen kann jede und jeder unabhängig vom Geschlecht entsprechend den eigenen Fähigkeiten einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft leisten. Und dies umfasst eben mehr als die klassischen militärischen Aufgaben. Betroffen sind, wie gesagt, Bereiche wie Katastrophenschutz, Pflege oder Umweltschutz. Dadurch verbessern wir unsere Widerstandsfähigkeit als Gesellschaft insgesamt gegenüber Umweltkrisen und stärken unsere Versorgungssicherheit - lokal, national, aber auch global.

Ich bin davon überzeugt, dass wir mit dieser Initiative in die Zukunft investieren. Wir schaffen ein System, das Sicherheit umfassend statt nur in einem Bereich denkt. Dieses fördert das Engagement aller Bürgerinnen und Bürger und macht unsere Gesellschaft widerstandsfähiger. Lassen Sie uns deshalb gemeinsam für den Zusammenhalt einstehen, für eine Schweiz, die die Herausforderungen der Zukunft angeht und die zusammenhält.