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Hess Hans · Ständerat · 2003-06-16

Hess Hans · Ständerat · Obwalden · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2003-06-16

Wortprotokoll

Es ist absolut richtig, dass der Bundesrat verschiedene Massnahmen zur Förderung des Schweizer Holzes getroffen hat, wie er in der Antwort auf meine Empfehlung ausführt. Mit der vorliegenden Empfehlung kann aber zusätzlich auf einfachem Weg eine wirkungsvolle Hilfe geleistet werden, die keine zusätzlichen Mittel erfordern wird. Es ist auch in der Deza unbestritten, dass in Afghanistan ein grosses Bedürfnis nach Bauholz besteht. Ein Afghanistankenner ausserhalb der Deza hat mich auf meine Empfehlung angesprochen und mir aufgezeigt, dass das Holz in Afghanistan das wichtigste Material für den Bau der Flachdächer darstellt. Dabei sei traditionellerweise Pappelholz dafür verwendet worden. Diese Pappeln wuchsen längs Bewässerungskanälen und auch in speziellen plantagenartigen Baumschulen, die jedoch bewässert werden mussten. Während den vergangenen 25 Kriegsjahren sei landesweit rund die Hälfte der Bewässerungsanlagen zerstört worden. Raubbau und Kahlschlag der wenigen verbliebenen Waldgebiete im Osten Afghanistan haben auch die Nadelholzbestände erschöpft. Aufforstungsprojekte, die früher von der deutschen GTC in Paktia betrieben worden waren, seien seit langem eingestellt. Nun stehe für den Wiederaufbau praktisch kein Holz zur Verfügung. Schweizer Holz könnte diese Lücken nicht schliessen, könnte aber mithelfen, die grösste Not zu lindern.

Bei uns ist Holz bekanntlich im Übermass vorhanden, und in Afghanistan wird dieses dringend benötigt. Weil nun das Holz in Afghanistan weitgehend fehlt, werden jetzt, wie auch der Presse zu entnehmen ist, massenweise auch von den Hilfswerken Container aufgestellt, die im Innern im Sommer unglaublich heiss und im Winter entsprechend kalt werden und somit kaum bewohnbar sind. Holzbauten hätten diesbezüglich ganz andere Wohnqualitäten und entsprechen auch den Wohngewohnheiten der Afghanen. Holzbauten statt Container sind sicher für das afghanische Bergvolk das Richtige.

Mit meiner Empfehlung will ich vor allem, dass der Bundesrat der Deza den Rücken stärkt, die Mittel in Afghanistan zusammen mit dem UNHCR so einzusetzen, dass auch Schweizer Holz beim Wiederaufbau eingesetzt wird. Schweizer helfen einem Bergvolk wie seinerzeit dem Tibet - diesmal mit Holz und dem Weitergeben von Anwenderfertigkeiten vor Ort. Es geht mir als Präsident der Lignum, der Schweizerischen Holzwirtschaftskonferenz - womit ich auch meine Interessenbindung offen gelegt habe -, nicht darum, zusätzliche Mittel zu verlangen. Es geht mir nur darum, mit den Mitteln, die eingesetzt werden, sowohl für die Schweiz wie für Afghanistan die bestmögliche Wirkung zu erzielen.

Ich ersuche Sie deshalb, meiner Empfehlung zuzustimmen.