AB 356240
Walti Beat · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion · 2025-05-07
Wortprotokoll
In absoluten Zahlen ist das, was Sie hier dramatisch und emotional schildern, sehr undramatisch. Die Renteneinkommen sind typischerweise deutlich tiefer als die Erwerbseinkommen zur aktiven Berufszeit, deshalb dürfte auch die Progression in den allerwenigsten Fällen wirklich massiv zuschlagen. Das steuerfreie Zusatzeinkommen der Millionärsgattin, das Sie hier etwas ins Lächerliche ziehen wollen, kann man volkswirtschaftlich auch anders betrachten. Nehmen Sie den Fall, in welchem eine Kadermitarbeiterin oder ein Kadermitarbeiter zum Beispiel mit einem Arzt oder einer Ärztin verheiratet ist. Dessen bzw. deren Ausbildung hat eine halbe Million gekostet und der oder die verdient nun vielleicht 100[NB]000 Franken und bezahlt wegen der Aufrechnung bei der heutigen gemeinsamen Besteuerung für sein bzw. ihr Mittelstandseinkommen den maximalen Grenzsteuersatz von 11,5 Prozent auf das gesamte Einkommen. Das ist einfach nicht sinnvoll, und das führt, weil ja auch noch die kantonalen Effekte hinzukommen, dazu, dass es sich viele gut Ausgebildete zweimal überlegen, ob sie für einen sehr marginalen Nettoeinkommenszugewinn wirklich so viel arbeiten sollen. Das ist volkswirtschaftlich sehr schlecht und führt zu einer hohen Zuwanderung, was Sie wahrscheinlich auch nicht befürworten können.