Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2025-06-03
Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2025-06-03
Wortprotokoll
Aus Sicht der Grünen ist die Nationalbibliothek eine wichtige Institution. Die WBK hatte das Vergnügen, Einblick in die Nationalbibliothek zu erhalten, was enorm beeindruckend war. Beeindruckend ist nicht nur, was alles gesammelt wird, sondern auch, mit welcher Begeisterung und welchem grossem Fachwissen vorgegangen wird.
Aus unserer Sicht sind drei Elemente wichtig: erstens die breite Sammeltätigkeit der Nationalbibliothek, auch digital, zweitens der Schutz des geistigen Eigentums und drittens die Förderung der Kulturschaffenden. Nun liegt ein gangbarer Kompromiss vor, den uns der Ständerat präsentiert. Wir hoffen, dass wir hierfür eine klare Mehrheit erreichen.
Wir Grünen unterstützen den breiten Ansatz der Sammlung in der Nationalbibliothek. Gesammelt werden nicht nur die Werke berühmter Künstler und Künstlerinnen, Schriftsteller und Schriftstellerinnen, sondern die ganze Breite der schweizerischen Kultur bis hin zu Musikdokumenten und Plakaten; wir haben einige originelle Exemplare besichtigen können. Die Breite, die Vielfalt der Schweiz soll gezeigt werden, damit nachfolgende Generationen verstehen, wie wir gelebt haben, was wir gedacht haben und welche Normen und Werte wir vertreten haben.
Ich habe es erwähnt: Der vorliegende Kompromiss ist für uns ein gangbarer Weg. Eine breite Sammeltätigkeit ist möglich, wobei auch dem Schutz der Urheber und Urheberinnen Gewicht gegeben wird, was gerade im digitalen Bereich wichtig ist. Texte und Publikationen dürfen nicht einfach verwendet werden, wenn möglich sogar noch mit Gewinn, ohne dass den Urhebern und Urheberinnen etwas bezahlt wird. Das ist leider ein riesiges Problem - nicht erst in Zukunft, wir stehen mittendrin. Texte und Publikationen werden verwendet, ohne dass gesagt wird, wer der Urheber oder die Urheberin ist. Das ist nicht nur beim Schriftlichen, sondern beispielsweise auch in der Musik ein riesiges Problem. Kulturschaffende müssen auch leben, sie müssen etwas bekommen für ihre Werke, ihre Existenzsicherung muss gewährleistet sein. Deshalb nochmals: Wir haben hier eine gute Variante. Alle Werke sollen online für ein Studium, für die Forschung zugänglich sein, wenn die Benutzenden auch geprüft sind. Online soll für alle verfügbar sein, was ohnehin öffentlich zugänglich ist.
Wichtig ist für uns der Beitrag an den Kulturfonds, nicht nur als Kann-Variante wie bei der Minderheit I (Balmer), sondern verbindlich. Es soll eine klare Unterstützung, ein Beitrag an die Existenzsicherung der Kulturschaffenden gewährleistet werden.
Deshalb bitte ich Sie im Namen der Grünen Fraktion, Ja zu sagen zur Mehrheit und die Minderheiten abzulehnen.