Rösti Albert · Bundesrat · 2025-06-12
Rösti Albert · Bundesrat · Bern · 2025-06-12
Wortprotokoll
Ja gut, da muss ich Ihnen sagen: Nein, für mich ist die Lebensmittelproduktion, damit wir in diesem Land einen minimalen Selbstversorgungsgrad halten können, deutlich wichtiger als die Naherholung, das sage ich Ihnen offen. Aber ich sage dies im Wissen darum, dass wir einen sehr schönen, wunderbaren Naherholungsraum haben. Gerade weil die Waldfläche im Berggebiet wächst, dienen diese Gebiete ja auch der Naherholung. Ich muss deshalb gar nicht zwischen Fruchtfolgefläche und Naherholung wählen. Die Fläche der Naherholungsgebiete nimmt dort zu, wo der Wald wächst. Solche Gebiete liegen vielleicht nicht unmittelbar auf Ihrem Nachbargrundstück, aber sie sind relativ nahe; sie sind steil, aber man kann wandern gehen. Wir haben heute wunderbare Naherholungsgebiete. Es kommen auch nicht so viele Touristen in unser Land.
Ich spiele nicht den Wald gegen Fruchtfolgeflächen aus. Ich sage einfach, der Wald ist absolut geschützt, und die Fruchtfolgeflächen sind nicht absolut geschützt.
Ich muss hier schon sagen: Es gab eine Energiekrise, eine Krise bei den Gesundheitsmitteln und wegen verschiedener Zustellungsprobleme eine Medikamentenkrise. Glücklicherweise hatten wir in den letzten Jahren in diesem Land nie eine Krise bei der Beschaffung von Nahrungsmitteln. Aber mit der geopolitischen Situation, wie wir sie heute haben, bei der niemand weiss, was in fünfzehn, zwanzig Jahren sein wird, bin ich schon der Meinung, dass die Fruchtfolgefläche das oberste Gut ist, das wir haben, damit wir unsere Bevölkerung im absoluten Krisenfall selbst ernähren können. Mit dem Wald können wir das nun mal nicht. Nein, Sie müssen nicht lachen, ich sage das, ohne dessen Wichtigkeit infrage zu stellen.