Regazzi Fabio · Ständerat · 2025-06-17
Regazzi Fabio · Ständerat · Tessin · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-06-17
Wortprotokoll
Ich möchte nicht erneut alle Argumente gegen diese Volksinitiative wiederholen, die bereits auch vom Berichterstatter mehrfach und detailliert dargelegt wurden. Stattdessen möchte ich einen entscheidenden Punkt besonders unterstreichen, der vielleicht vielen nicht sofort bewusst ist: die Frage der Liquidität und die damit verbundene existenzielle Bedeutung für unsere KMU und insbesondere für unsere Familienunternehmen.
Die Initiative mag auf den ersten Blick gerecht erscheinen, doch sie verkennt, dass Vermögenswerte nicht gleich liquide Mittel sind. Der Wert eines Unternehmens mag auf dem Papier hoch sein, aber das bedeutet keineswegs, dass liquide Mittel im gleichen Ausmass zur Verfügung stehen, um zusätzliche Steuern oder Abgaben bezahlen zu können. Im Gegenteil: Über 80 Prozent des Vermögens von Familienunternehmen stecken in betrieblichen Anteilen oder in Betriebsimmobilien. Dieses Kapital ist gebunden und lässt sich nicht einfach so in Bargeld umwandeln. Wer Steuern auf der Basis von solch gebundenen Werten zahlen muss, wäre somit gezwungen, Firmenanteile zu verkaufen - im schlimmsten Fall an externe Investoren, die weder die Tradition bewahren noch die Arbeitsplätze sichern.
Ich spreche hier nicht theoretisch, sondern als Vertreter eines Familienunternehmens und als Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes, der die Herausforderungen und Realitäten unserer kleinen und mittleren Unternehmen aus nächster Nähe kennt. Die vorgeschlagene Regelung gefährdet die nachhaltige Fortführung von Familienbetrieben und bringt damit die tragenden Säulen unserer Wirtschaft ins Wanken. Unsere KMU und Familienunternehmen leisten mit Milliarden Franken an Steuerbeiträgen und mit einem starken Unternehmergeist einen unverzichtbaren Beitrag und sichern Zehntausende Arbeitsplätze in der Schweiz. Sie sorgen dafür, dass unser Land wirtschaftlich besser dasteht als viele andere. Sie sind verantwortlich für unsere Spitzenplätze in den Bereichen Innovation, Digitalisierung und Lebensqualität.
Une étude récente de Pricewaterhouse Coopers montre que 96 pour cent des entreprises familiales interrogées rejettent clairement une telle initiative, indépendamment du fait qu'elles soient directement concernées ou non. Elles le font, car elles savent qu'un tel modèle rend la succession dans les entreprises familiales extrêmement difficile, même impossible. La nouvelle génération ne dispose généralement pas des moyens financiers nécessaires pour acheter, simplement, les parts de l'entreprise à la génération précédente. La transmission se fait souvent par des donations ou des avances sur l'héritage, étape par étape, afin que la jeune génération puisse progressivement assumer ses responsabilités tandis que l'ancienne génération se retire de manière ordonnée. Une charge fiscale supplémentaire à ce stade sensible viendrait détruire cette culture de succession patiemment construite.
Diese Initiative präsentiert sich als Initiative für die Zukunft. Doch in Wahrheit ist sie ein Wolf im Schafspelz, und ich sage das nun nicht wegen meiner bekannten Leidenschaft für die Jagd. Die Initiative verspricht Zukunft, doch in Wirklichkeit zerstört sie genau die Grundlagen, auf denen unsere Zukunft gebaut ist. Sie gefährdet die Fortführung von Familienbetrieben, sie gefährdet Arbeitsplätze, sie gefährdet unseren Wohlstand. Was droht, ist die Zerschlagung von gesunden lokalen, verwurzelten Betrieben und eine nachhaltige Schwächung unserer Wirtschaftskraft. Das ist kein Weg in die Zukunft, es ist ein Angriff auf unsere Zukunft.
Deshalb bitte ich Sie, der Mehrheit zu folgen und die Initiative ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung zu empfehlen.