Glarner Andreas · Nationalrat · 2025-09-08
Glarner Andreas · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2025-09-08
Wortprotokoll
Natürlich will der Bundesrat mehr Steuern, denn Sparen wäre ja mit Arbeit verbunden. Der Postulant will nun also den Staatshaushalt durch höhere Steuern sanieren, und da kommt ihm als Gesundbeter die Tabaksteuer natürlich gerade recht. Doch zunächst ein paar Fakten: Der Anteil der Raucherinnen und Raucher, die täglich rauchen, ist von rund 33 Prozent in den Neunzigerjahren auf etwa 14 bis 16 Prozent im Jahre 2022 gesunken. Auch der Gesamtkonsum, also der Pro-Kopf-Konsum von Zigaretten, hat deutlich abgenommen. Seit dem 1.[NB]Oktober 2024 unterliegen nun auch elektronische Zigaretten einer Steuer. Die Steuern für Drehtabak, Heets, Snus, Kautabak, Zigarren und Zigarillos wurden zuletzt auf den 1.[NB]Januar dieses Jahres erhöht.
Genug ist genug. Hören wir auf, den Gesundbetern der WHO nachzueifern! Hören wir auf, all denen zu helfen, die uns jede Lebensfreude vergällen wollen, aber dann keine Mühe haben, uns eine Spritze zu empfehlen, die weder ernsthaft getestet noch wirksam ist, wie man es uns zunächst empfohlen hat. Es sind noch viel mehr Steuern angedacht: die Zuckersteuer, Kollege, die Fettsteuer, die Fleischsteuer, und wahrscheinlich wird auch bald noch die Atemluft besteuert. Einzig das Gemüse wird wohl lebenslänglich steuerfrei davonkommen, aber nur wegen der vielen Veganer in der WHO und den nationalen Parlamenten.
Den letzten Bürgerlichen in dieser sich neu Mitte nennenden Partei empfehle ich dringend, sich die beiden Gesundbeter aus der anderen Fakultät zur Brust zu nehmen. Denn der gleiche Gesundbeter vertreibt ein süffiges Getränk, welches pro Portion fünf Würfelzucker enthält. Wir wissen hier drin alle, dass der Zucker, den wir ganz im Gegensatz zu Tabakprodukten oft unfreiwillig zu uns nehmen, viel grössere Schäden an der Volksgesundheit anrichtet. Also hier sagt der Gesundbeter natürlich nichts, denn schliesslich will er sein Geschäftsmodell ja nicht gefährden. Das ist genau diese scheinheilige Doppelmoral, von der wir so richtig genug haben.
Ganz nebenbei bemerkt: Den Staatshaushalt sollten wir nicht durch Mehreinnahmen, sondern durch Einsparungen sanieren.