Sauter Regine · Nationalrat · 2025-09-23
Sauter Regine · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion · 2025-09-23
Wortprotokoll
Die FDP-Liberale Fraktion wird auf diese Gesetzesänderung eintreten und ihr zustimmen. Man geht damit ein sich in der Praxis zeigendes Problem pragmatisch, aber auch verantwortungsvoll an. Worum geht es?
Um dem Fachkräftemangel im Mint-Bereich zu begegnen - es geht um Berufe mit Bezug zu Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik -, wurde zusammen mit der Wirtschaft ein Massnahmenpaket entwickelt. Eine dieser Massnahmen ermöglicht es Fachhochschulen, befristet praxisintegrierte Bachelorstudiengänge anzubieten, die sich durch eine stärkere Praxisorientierung auszeichnen und vier statt drei Studienjahre dauern. Im Unterschied zu ordentlichen Bachelorstudiengängen können Gymnasialmaturandinnen und -maturanden direkt zum Bachelorstudium zugelassen werden.
Dieses Modell wurde in einer Pilotphase geprüft. Die Erfahrungen sind positiv. Die Pibs leisten tatsächlich einen Beitrag zur Minderung des Fachkräftemangels im Mint-Bereich und weisen zudem einen höheren Frauenanteil auf. Das Modell soll nun im Gesetz definitiv verankert werden. [PAGE 1760]
Es wurde vorhin von den Gegnern gesagt, es bringe gar nichts und habe, wenn überhaupt, nur eine marginale Wirkung. Es handelt sich hier aber um einen Bereich, in dem uns die Fachkräfte bereits fehlen und in Zukunft noch mehr fehlen werden. Es ist deshalb richtig, dass wir hier und nur hier zusätzliche Massnahmen ergreifen, Massnahmen, die sich eben in der Praxis als wirksam erweisen. Wenn es uns damit gelingt, nur schon ganz wenige zusätzliche Maturandinnen und Maturanden dazu zu bewegen, ein solches Studium zu ergreifen, dann haben wir doch bereits etwas gewonnen. Wir begrüssen es somit, dass diese Änderung nun verstetigt werden soll.
Natürlich, es mag nicht die grosse Anzahl Absolventinnen und Absolventen anziehen, aber, ich habe es gesagt, wir leisten einen Beitrag. Das Angebot richtet sich an Maturandinnen und Maturanden, welche einen praxisorientierten Tertiärabschluss einem akademischen Abschluss vorziehen und die ohne das Angebot nicht angesprochen und rekrutiert werden können. Man berichtet, dass man mit dem Pibs-Angebot gute Erfahrungen gemacht habe, und zwar sowohl in der Wirtschaft, wo diese jungen Leute ihre Ausbildung absolvieren, als auch in der Ausbildung, und dass dieses Modell doch von grossem Interesse sei. Immerhin 13 Prozent der Studierenden geben an, sie hätten ohne diese Möglichkeit kein Studium in diesem Bereich gewählt.
Zu erwähnen ist nochmals - und das möchte ich den Gegnern entgegnen -, dass Pibs auf den Mint-Bereich beschränkt bleiben sollen. Eine Ausweitung auf andere Bereiche ist weder angedacht noch geplant. In diesem Sinne sind auch die geäusserten Bedenken nicht ganz nachvollziehbar, wonach es zu einem Unterlaufen der klassischen beruflichen Bildung kommen soll.
Aus all diesen Gründen wird die FDP-Liberale Fraktion der Gesetzesänderung zustimmen. Ich bitte Sie, es ihr gleichzutun.