Lexipedia

preparatory:AB 36412

Christen Yves · Nationalrat · Waadt · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2003-09-18

Wortprotokoll

Abstimmung - Vote

Für Eintreten .... 94 Stimmen

Dagegen .... 46 Stimmen

[VS]

[VS]

2. Bundesgesetz über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung

2. Loi fédérale sur la procréation médicalement assistée

[VS]

Detailberatung - Examen de détail

[VS]

Titel

Antrag der Kommission

Bundesgesetz über die medizinisch unterstützte Fortpflanzung

[VS]

Titre

Proposition de la commission

Loi fédérale sur la procréation médicalement assistée

[VS]

Angenommen - Adopté

[PAGE 1395] [VS]

Ingress

Antrag der Kommission

Die Bundesversammlung der Schweizerischen Eidgenossenschaft, nach Einsicht in die Botschaft des Bundesrates vom 20. November 2002, beschliesst:

[VS]

Préambule

Proposition de la commission

L'Assemblée fédérale de la Confédération suisse, vu le message du Conseil fédéral du 20 novembre 2002 décide:

[VS]

Angenommen - Adopté

[VS]

Ziff. I Einleitung

Antrag der Kommission

Das Fortpflanzungsmedizingesetz vom 18. Dezember 1998 wird wie folgt geändert:

[VS]

Ch. I introduction

Proposition de la commission

La loi sur la procréation médicalement assistée du 18 décembre 1998 est modifiée comme suit:

[VS]

Angenommen - Adopté

[VS]

Art. 42 Abs. 2

Antrag der Mehrheit

Die Embryonen dürfen zum Zweck der Fortpflanzung höchstens bis zum 31. Dezember 2005 aufbewahrt werden. Werden Embryonen nicht mehr zu diesem Zweck verwendet oder läuft diese Frist ab, so dürfen sie nach Aufklärung und mit schriftlicher Einwilligung des betroffenen Paares zu Forschungszwecken bis zum 31. Dezember 2008 aufbewahrt und, wenn die entsprechende Gesetzgebung in Kraft tritt, nach deren Bestimmungen verwendet werden. Das betroffene Paar kann verlangen, dass es vor der Verwendung eines Embryos zu Forschungszwecken nochmals um seine Einwilligung angefragt wird.

[VS]

Antrag der Minderheit

(Gutzwiller, Christen, Egerszegi, Neirynck, Pfister Theophil, Randegger, Scheurer Rémy, Seiler, Wandfluh)

Die Embryonen dürfen höchstens bis zum 31. Dezember 2008 aufbewahrt werden.

[VS]

Antrag Baumann J. Alexander

Die Embryonen dürfen höchstens bis zum 31. Dezember 2005 aufbewahrt werden, und ihre Verwendung ist ausschliesslich zum Zwecke der Fortpflanzung zulässig. Nach Ablauf dieser Frist werden allfällig noch vorhandene Embryonen dem Absterben überlassen.

Schriftliche Begründung

In Schweizer Fortpflanzungskliniken lagern heute etwa tausend tiefgefrorene Embryonen, die vor der Inkraftsetzung des FMedG vom 18. Dezember 1998 mittels In-vitro-Fertilisation entstanden sind. Gemäss diesem Gesetz dürfen die überzähligen Embryonen bis längstens Ende 2003 aufbewahrt werden, und anschliessend muss man sie absterben lassen. Nach Sinn und Zweck der geltenden Fassung von Artikel 42 Absatz 2 FMedG sollen diese Embryonen nicht der Forschung und damit der Tötung zugänglich sein.

Nach dem Antrag der Mehrheit der Nationalratskommission dürfen diese Embryonen noch bis Ende 2005 zur Fortpflanzung verwendet werden. Diese Verlängerung der Aufbewahrungsfrist zu Fortpflanzungszwecken um zwei Jahre ist begrüssenswert, besteht doch die Möglichkeit, dass diese "altrechtlichen" Embryonen bis Ende 2005 zur Erfüllung des Kinderwunsches vom betroffenen Paar einverlangt werden können.

Im Weiteren schlägt die Kommission vor, dass die Aufbewahrung dieser Embryonen allein zu wissenschaftlichen Zwecken noch bis Ende 2008 erlaubt sein soll, sofern das betroffene Paar nach Aufklärung sein schriftliches Einverständnis gibt. Das betroffene Paar kann zusätzlich verlangen, dass es vor der konkreten Verwendung zu Forschungszwecken, gemäss der in Kraft getretenen entsprechenden Gesetzgebung, nochmals um seine schriftliche Einwilligung gefragt wird.

Die Verwendung von Embryonen für die verbrauchende Forschung, bei der sie ihr Leben lassen müssen, bedeutet in jedem Fall eine unzulässige Instrumentalisierung menschlicher Lebewesen, denn diese werden fremden Zwecken und Interessen geopfert. Menschliche Lebewesen, in welchem Stadium ihrer Entwicklung auch immer, sind keine frei disponiblen Sachen. Nachdem wir dem Tier einen Rechtsstatus über der gewöhnlichen Sache eingeräumt haben, muss dies umso mehr für diese menschlichen Lebewesen gelten. Die Instrumentalisierung menschlichen Lebens widerspricht in hohem Masse der Menschenwürde, die jedem Menschen - also auch dem Embryo ab der Befruchtung - kraft seines Menschseins zusteht. Nicht einmal ein noch so guter Zweck wie die Heilung bisher unheilbarer Krankheiten vermag diese Instrumentalisierung ethisch zu rechtfertigen, überschreitet sie doch Grenzen, von denen es kein Zurück mehr gibt. Nimmt man eine "Güterabwägung zwischen dem Lebensrecht menschlicher Embryonen und dem Rechtsanspruch kranker Menschen auf die Nutzung aller denkbaren Heilungschancen vor, so fällt diese keinesfalls zulasten des Embryos aus. Vielmehr findet das Recht auf Heilung, das auch die Erforschung und experimentelle Nutzung neuer Therapieverfahren impliziert, dort eine Grenze, wo seine Durchsetzung die Vernichtung fremden Lebens erfordern würde" (zitiert nach Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff, Universität Freiburg in Breisgau, Referat im Rahmen der Juristen-Vereinigung Lebensrecht, Köln, vom 4. Mai 2002).

Der Umstand, dass die Zustimmung des betroffenen Paares zur Verwendung ihres Embryos zu Forschungszwecken erforderlich ist, ändert nichts an der Tatsache, dass es sich dabei um eine unethische Instrumentalisierung menschlichen Lebens handelt. Es ist stossend und unmoralisch, wenn der Staat, dem die Schutzpflicht für jedes menschliche Lebewesen zukommt, sich seiner Verantwortung entzieht und den Entscheid, ob der Embryo der verbrauchenden Forschung und damit dem Tod überlassen werden soll, dessen Eltern zuschiebt. Das betroffene Paar gerät so in eine unzumutbare Zwangssituation.

Es ist zwar einsichtig, dass auch das Sterbenlassen nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist zu Fortpflanzungszwecken - wie es mein Antrag beinhaltet - aus ethischer Sicht als Übel zu werten ist. Es darf aber nicht übersehen werden, dass ein relevanter ethischer Unterschied besteht zwischen dem Sterbenlassen eines ohnehin dem Tode geweihten menschlichen Lebewesens und der absichtlichen, zweckentfremdenden und gewaltsamen Vernichtung eines Embryos im Dienste der Forschung. Ich bin persönlich der Meinung, dass die Ethik in diesem Dilemma die Anwendung des Übelminimierungsprinzips gebietet, das beinhaltet, dass, wenn von zwei Übeln unausweichlich eines zur Anwendung gelangen muss, das kleinere Übel zu wählen ist. In unserem konkreten Falle ist dies das Sterbenlassen der Embryonen.

[VS]

Art. 42 al. 2

Proposition de la majorité

Les embryons peuvent être conservés à des fins de procréation au plus tard jusqu'au 31 décembre 2005. Si ces embryons ne sont plus utilisés à cette fin ou si leur délai de conservation expire, et pour autant que le couple concerné ait donné son consentement éclairé par écrit, ils peuvent être conservés dans un but scientifique jusqu'au 31 décembre 2008 et utilisés selon les dispositions de la loi y relative au moment où celle-ci entrera en vigueur. Le couple concerné peut exiger d'être consulté une nouvelle fois avant qu'un embryon soit utilisé à des fins scientifiques.

[VS]

Proposition de la minorité

(Gutzwiller, Christen, Egerszegi, Neirynck, Pfister Theophil, Randegger, Scheurer Rémy, Seiler, Wandfluh)

Les embryons peuvent être conservés au plus tard jusqu'au 31 décembre 2008.

[PAGE 1396] [VS]

Proposition Baumann J. Alexander

Les embryons peuvent être conservés au plus tard jusqu'au 31 décembre 2005 et ne peuvent être utilisés qu'à des fins de procréation. Les embryons qui subsisteraient à l'expiration de ce délai seront détruits.

Développement par écrit

Dans les cliniques suisses pratiquant la procréation médicalement assistée, il y a aujourd'hui en stock quelque 1000 embryons congelés produits par fécondation in vitro avant l'entrée en vigueur de la LPMA le 18 décembre 1998. La LPMA prévoit que les embryons surnuméraires peuvent être conservés au plus tard jusqu'au 31 décembre 2003, date au-delà de laquelle ils devront être détruits. Or, selon l'esprit et le but de l'article 42 alinéa 2 LPMA dans sa version actuelle, il faut que ces embryons ne puissent pas être utilisés par la recherche et donc tués.

Une majorité de la commission du Conseil national propose que ces embryons puissent être utilisés pour la procréation médicalement assistée jusqu'à la fin 2005. Il faut saluer ce prolongement du délai de conservation à des fins de procréation assistée car il laisse la porte ouverte aux couples qui souhaiteraient faire usage de ces embryons conçus sous l'ancien droit pour combler leur désir d'enfant.

De plus, la commission propose que la conservation de ces embryons à des fins scientifiques uniquement soit autorisée jusqu'à la fin 2008, à condition que les couples donateurs aient donné leur accord écrit après avoir été dûment informés. Les couples concernés pourraient en outre exiger que leur accord écrit soit demandé avant toute utilisation concrète de leurs embryons pour la recherche, comme le prévoit la nouvelle législation.

L'utilisation d'embryons comme objets consommables par la recherche, qui fait perdre la vie aux embryons, constitue en tout état de cause une instrumentalisation illicite d'êtres vivants humains, sacrifiés à des buts et à des intérêts qui ne les concernent pas. Les êtres vivants humains, quel que soit le stade de leur développement, ne sont pas des objets dont on peut disposer librement. Alors que nous venons d'accorder aux animaux un statut juridique les plaçant au-dessus des objets usuels, ce principe doit s'appliquer d'autant plus à ces êtres vivants humains. L'instrumentalisation de la vie humaine est en flagrante contradiction avec la dignité dont doit jouir tout être humain en raison même de son humanité - et donc aussi un embryon dès sa fécondation. Même un but aussi louable que la guérison de maladies incurables n'apporte pas une justification éthique suffisante à cette instrumentalisation car elle franchit un point de non-retour. Pour le professeur Eberhard Schockenhoff, de l'Université de Fribourg-en-Brisgau, si l'on effectue une pesée des intérêts entre le droit à la vie des embryons humains et le droit des personnes malades à bénéficier de toutes les possibilités de guérison envisageables, l'embryon ne sort pas perdant; c'est au contraire le droit à la guérison, qui implique des travaux de recherche et d'expérimentation sur de nouveaux protocoles thérapeutiques, qui se heurte à une limite dès lors que sa mise en oeuvre requiert la destruction de la vie d'un autre (exposé prononcé à Cologne devant l'association des juristes pour le droit à la vie - Juristen-Vereinigung Lebensrecht - le 4 mai 2002).

Même si le consentement des couples donateurs est requis pour l'utilisation de leurs embryons à des fins de recherche, cela ne change rien au fait qu'il s'agit d'une instrumentalisation de la vie humaine contraire à l'éthique. Il serait choquant et immoral que l'Etat, à qui il incombe de protéger tout être humain, se soustraie à cette responsabilité en se défaussant sur les parents, à qui reviendrait la décision d'abandonner ou non leurs embryons à des travaux de recherche les conduisant à la destruction et donc à la mort. Cela mettrait les couples concernés dans une situation de coercition insupportable.

Il ne fait aucun doute que la destruction des embryons à l'expiration du délai de conservation pour la procréation assistée que comporte ma proposition est un mal du point de vue éthique. Mais il ne faut pas oublier qu'il existe une différence éthique de taille entre la non-conservation d'un être vivant humain dont la destruction est inéluctable et la destruction volontaire, violente et sans rapport avec le but de la fécondation d'un embryon au service de la recherche. Personnellement, je pense que, dans ce dilemme, l'éthique permet d'appliquer le principe selon lequel de deux maux il faut toujours choisir le moindre. En l'espèce, le moindre mal est la non-conservation de l'embryon.

[VS]

Le président (Christen Yves, président): M. Gutzwiller retire sa proposition de minorité.