Sauter Regine · Nationalrat · 2025-12-02
Sauter Regine · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion · 2025-12-02
Wortprotokoll
Hintergrund dieser Gesetzesänderung ist die Feststellung, dass die Zahl der Hochschulabschlüsse stärker steigt als jene der Abschlüsse höherer Berufsbildung. Dieser Trend muss gestoppt werden. Der Wirtschaft fehlen die gut ausgebildeten, berufspraktisch kompetenten Fachkräfte. Es zeigt sich, dass es offenbar als erstrebenswerter betrachtet wird, eine akademische Laufbahn statt einer Laufbahn der höheren Berufsbildung einzuschlagen. Die höheren Fachschulen weisen seit Längerem darauf hin, dass ihr Status zu wenig bekannt sei und zu wenig Ansehen geniesse. Deshalb ist es richtig, hier korrigierende Massnahmen zu ergreifen. Die FDP-Liberale Fraktion ist für Eintreten. Wir anerkennen den Handlungsbedarf.
Das Massnahmenpaket ist im Grossen und Ganzen zielführend. Es geht hier um die Steigerung der Attraktivität. Wir sind der Meinung, dass sie so erreicht werden kann. Kontrovers diskutiert wird in unserer Fraktion die Frage der Titelzusätze "Professional Bachelor" und "Professional Master", wie sie nun vorgesehen sind. Zum einen wird darin ein sinnvoller Weg erkannt, um Abschlüsse der Berufsbildung im Ausland als Tertiärabschlüsse erkennbar zu machen, und darum geht es letztlich. Junge Schweizerinnen und Schweizer müssen sich auch im Ausland auf dem Arbeitsmarkt behaupten können. Sie stehen dort im Wettbewerb. Schweizer Berufsbezeichnungen dürfen dort nicht zum Nachteil werden, weil sie zu wenig bekannt sind. Eine Klärung der Titelfragen für die höhere Berufsbildung ist deshalb richtig und drängend. Zum andern wird argumentiert, dass es zwar eine Notwendigkeit gebe, hier eine Einordnung der Abschlüsse im internationalen Kontext zu erreichen, dass es mit diesen Titelzusätzen aber letztlich um blosses Marketing gehe. Der Kerngehalt der Berufsbildung leide unter diesen Zusätzen, die Berufsbildung verliere damit ihre Eigenständigkeit und Praxisnähe, ihr Profil werde verwässert. Letztlich komme es zu einer Vermischung des Akademischen mit dem Berufsbildungsweg. In diesem Sinne lehnt ein Teil unserer Fraktion das Gesetz in dieser Form ab. Die Mehrheit sieht hierin hingegen einen gangbaren Weg und wird der Änderung des Gesetzes zustimmen.
Ebenfalls unterschiedlich beurteilt wird der Antrag der Minderheit Durrer zu Artikel 44a Absatz 1. Zum einen findet man darin eine sinnvolle Ergänzung für die Fachrichtung und damit eine zusätzliche Klarheit. Zum andern wiederum denkt man, dass dieses Anliegen die Kritik noch zusätzlich verstärken und es zu einer Verwässerung der Titel in diesem Bereich kommen werde.
[VS]