Brenzikofer Florence · Nationalrat · 2025-12-02
Brenzikofer Florence · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2025-12-02
Wortprotokoll
Ich werde versuchen, mich kurzzufassen. Es wurde bereits vieles gesagt, und Sie haben auch gehört, dass der Entscheid in unserer Kommission eindeutig ausfiel.
Die Abschlusszahlen auf der Tertiärstufe zeigen, dass die Zahl der Hochschulabschlüsse in den letzten Jahren stärker gestiegen ist als diejenige der Abschlüsse in der höheren Berufsbildung. Berufspraktisch qualifizierte Fachkräfte fehlen, sowohl in der Wirtschaft insgesamt als auch besonders in den KMU. Es bedarf einer Stärkung der höheren Berufsbildung. Diese Ansicht teilt auch der Ständerat, entsprechend deutlich hat er das Gesetz angenommen.
Die Änderung des Berufsbildungsgesetzes stützt sich auf vier Massnahmen, die zusammen mit den Verbundpartnern der Berufsbildung und unter Einbezug der Hochschulen erarbeitet wurden: die Verankerung des Bezeichnungsrechtes; die Einführung der Titelzusätze "Professional Bachelor" und "Professional Master"; die Einführung von Englisch als mögliche zusätzliche Prüfungssprache - hierzu haben die Kommissionssprecherinnen Ausführungen gemacht -; die Flexibilisierung des Angebotes von Nachdiplomstudien der höheren Fachschulen.
Mit der Änderung des Berufsbildungsgesetzes legt der Bundesrat einen Massnahmenkatalog vor, der gemeinsam mit den Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt sowie unter Einbezug der Hochschulen erarbeitet wurde. Die Grüne Fraktion teilt die Einschätzung, dass die Anpassungen zu einer besseren Sichtbarkeit und grösseren Attraktivität der höheren Berufsbildung führen. Diese Vorlage allein wird jedoch nicht ausreichen, um dem Fachkräftemangel wirksam entgegenzutreten. Die Stärkung der Berufsbildung beginnt bereits in der Berufswahlvorbereitung, also bei Jugendlichen im Alter von zwölf bis vierzehn Jahren. Dabei kommt[NB]den[NB]Eltern[NB]nach[NB]wie[NB]vor[NB]eine wichtige Rolle zu. Viele Eltern kennen aus ihrem eigenen Werdegang die heutige Berufsbildung nicht. Das bedeutet: Auch für die Eltern ist Aufklärung notwendig, wofür die Stärkung des Berufswahlprozesses in den Berufsinformationszentren der Kantone entscheidend ist.
Was macht die Berufslehre für junge Menschen attraktiver? Die Ferien. Das haben wir deutlich gesehen, als wir erfuhren, wie eine grosse politische Allianz für eine Petition rekordverdächtige rund 180[NB]000 Unterschriften für mehr Ferien für Lernende gesammelt hat. Was spielt bei der Entscheidungsfindung der jungen Menschen auch noch eine Rolle? Der Lohn. Letzte Woche wurde in unserer Region die grösste Berufsschau der Schweiz durchgeführt. Die Ausstellungen zeigten deutlich, dass der Lohn für die jungen Menschen weiterhin ein entscheidender Faktor bei der Berufswahl ist.
Kehren wir nun zur Vorlage zurück: Wir stimmen dem Beschluss des Ständerates und damit auch dem Entwurf des Bundesrates zu und lehnen den Antrag der Minderheit Durrer auf eine Ergänzung in Artikel 44a Absatz 1 Buchstabe c ab. Wir sagen überzeugt Ja zu den Änderungen des Berufsbildungsgesetzes und stärken damit die Wettbewerbsfähigkeit sowie die internationale Sichtbarkeit der HBB-Abschlüsse.