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Schläpfer Therese · Nationalrat · 2025-12-17

Schläpfer Therese · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2025-12-17

Wortprotokoll

Die vorliegende Initiative klingt auf den ersten Blick harmlos: sichere Ernährung, weniger Pestizide, gesündere Böden, mehr Tierwohl. Wer könnte dagegen sein? Ich schon, und ich hoffe, Sie alle auch, denn man muss genau hinschauen. Diese Initiative ist kein kleiner Eingriff, sie ist ein radikaler Systemwechsel, verpackt in schöne Worte. Sie verlangt ein Totalverbot von synthetischen Pflanzenschutzmitteln innerhalb von zehn Jahren, auch von solchen, die von der EFSA und Swissmedic als sicher eingestuft wurden, ein Verbot von Antibiotika in der Nutztierhaltung, selbst bei kranken Tieren - das ist doch Tierquälerei und nicht im Namen des Tierwohls -, sowie ein Verbot von Lebensmittelimporten, die nicht exakt unseren, den weltweit strengsten Produktionsstandards entsprechen, und all das verbindlich in der Bundesverfassung verankert mit minimalem Spielraum für Parlament und Wissenschaft.

Das ist nicht ein bisschen grüner, das ist ein staatlicher Grossangriff auf die Wahlfreiheit von uns Konsumentinnen und[NB]Konsumenten, auf die Freiheit der Bäuerinnen und Bauern und auf die Ernährungssicherheit in unserem rohstoffarmen Land. Und wofür? Für ein ideologisches Experiment, das in keinem anderen Land der Welt so durchgezogen wird. Selbst Dänemark, Schweden oder Österreich, alles Bio-Vorbilder, haben keine solchen Verbote. Warum? Weil sie wissen, dass Ernährung keine Glaubensfrage ist, sondern Physik, Biologie und Ökonomie. Wir können den Selbstversorgungsgrad auch ändern oder gar steigern - ohne Verbotswahnsinn, mit moderner Technologie und KI, durch gezielte Forschung und Digitalisierung in der Landwirtschaft und durch Präzisionsdüngung. Das alles geht mit Anreizen, mit Freiheit und Vertrauen in unsere Bäuerinnen und Bauern - und nicht mit dem Verbotshammer aus Bern.

Diese Initiative ist der Inbegriff des Grundsatzes "Mehr Staat, weniger Freiheit". Sie nimmt uns die Wahl bei der Frage, was wir essen dürfen. Sie nimmt unseren Landwirtinnen und Landwirten die Wahl, wie sie wirtschaften dürfen. Sie nimmt uns allen die Flexibilität, auf neue Herausforderungen pragmatisch zu reagieren. Ein Gegenvorschlag? Nein, danke. Jeder Gegenvorschlag würde diese extremen Ziele nur entschärfen und trotzdem neue Verbote, mehr Bürokratie und neue Kontrollen in der Verfassung zementieren. Genau das wollen wir nicht. Wir wollen keine halbe Planwirtschaft in der Landwirtschaft und im Supermarkt.

Die Schweiz lebt von Freiheit: von der Freiheit, das eigene Land zu bewirtschaften, wie man es für richtig hält; von der Freiheit, im Laden zwischen bio, IP-Suisse oder konventionell erzeugten Produkten zu wählen, ohne dass der Staat entscheidet, was noch erhältlich ist; und von der Freiheit, in Krisen handlungsfähig zu bleiben. Deshalb lautet die Devise heute klar: Vertrauen in unsere Landwirtinnen und Landwirte statt Verbote aus Bern sowie eine klare Ablehnung dieser Initiative, ohne Wenn und Aber. Ich danke Ihnen, und ich hoffe, dass unsere Bäuerinnen und Bauern auch morgen noch frei entscheiden dürfen, wie sie uns ernähren, und dass auch wir Konsumentinnen und Konsumenten frei entscheiden können, wie wir uns ernähren wollen. [PAGE 2416]

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