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preparatory:AB 368503

Binder-Keller Marianne · Ständerat · Aargau · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-12-17

Wortprotokoll

Ich ergreife hier kurz das Wort in Bezug auf die Minderheit Friedli Esther, welche ich unterstütze. Dies tue ich aus dem Grundsatz heraus, dass der Stellenwert der Schweizer Landwirtschaft hoch ist, wie ich in ein paar Worten herausstreichen möchte, und auch aus Sorge, wie ich es in meinem Eintretensvotum betont habe, über die eskalative Situation in unserer heutigen Welt und aus Überzeugung, dass die Versorgungssicherheit eben auch ein Teil unserer Sicherheit ist. Wir haben das während der Corona-Zeit gesehen. Aus diesem Grunde dürfen wir die Rahmenbedingungen der Bauernfamilien, meine ich, nicht noch mehr verschlechtern.

Die Schweizer Landwirtschaft steht für hohe Umwelt- und Tierwohlstandards. Diese Standards sind nicht nur ein gesetzlicher Rahmen, sondern Ausdruck unserer Verantwortung gegenüber Natur, Tier und Konsumentinnen und Konsumenten. Doch genau diese Werte geraten zunehmend unter Druck. Warum? Weil wir immer mehr Lebensmittel aus Ländern importieren, in denen deutlich tiefere Standards gelten. Denken wir jetzt an das Beispiel der Chlorhühner oder des Hormonbeefs aus den USA: Das sind Produkte, die unter Bedingungen entstehen, die wir in der Schweiz niemals akzeptieren würden. Solche Importe untergraben unsere Bemühungen für Nachhaltigkeit und gefährden auch unsere Glaubwürdigkeit.

Die aktuelle Regelung zur Inlandleistung bei Importkontingenten ist deshalb schon wichtig. Sie trägt dazu bei, die Produktionskosten für eine tier- und umweltfreundliche Produktion in der Schweiz zu decken. Als diese Inlandleistung zwischen 2007 und 2014 wegfiel, sanken die Produzentenpreise für Schlachtvieh deutlich. Erst mit der Wiedereinführung stiegen sie wieder. Das war ein klarer Beweis dafür, dass sie für Bauernfamilien sinnhaft ist. Die Inlandleistung sichert Wertschöpfung, stabilisiert die Preise und stärkt die wirtschaftliche Lage der Produzenten und Verwerter. Sie ermöglicht Investitionen in Schlachtbetriebe und verhindert eine Monopolbildung durch wenige grosse Akteure. Wenn Importkontingente zu hohen Preisen versteigert werden, schöpfen Händler diese zwangsläufig voll aus, unabhängig von der inländischen Menge. Das erhöht den Druck auf unsere Bauernfamilien.

Ich bitte Sie also, diese Minderheit zu unterstützen. Diese Massnahme gefährdet unsere Produktion.