Blocher Christoph · Nationalrat · 2003-10-01
Blocher Christoph · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2003-10-01
Wortprotokoll
Ich muss Ihnen sagen: Ich habe von meiner Tochter in Bezug auf Sie keine Klagen gehört und bin der Meinung, sie hat einen guten Abschluss gemacht, obwohl sie von einer grünen Nationalrätin betreut worden ist. (Heiterkeit)
Zu den ETH und den Universitäten: Sie haben gesagt, wir hätten einen Mangel an Betreuern. Ich bitte Sie, einmal die Gesamtzahl der Angestellten - nicht der Betreuer, sondern des Personals - in den Universitäten und den ETH mit früher zu vergleichen! Dann werden Sie sehen, dass wir ein eklatantes Missverhältnis zwischen Betreuern und übrigem Personal haben. Ich finde, es bräuchte eigentlich - das ist nun sehr vereinfacht - nur gute Lehrer, und den Rest sollte man sich schenken. Aber der Grossteil ist mit anderem beschäftigt, und das kostet sehr viel Geld.
Zu den steigenden Studentenzahlen: Man muss sich natürlich auch die Frage stellen, ob wir nicht - wenn Sie an der ETH sind, wissen Sie, wie man das macht - die Studentenzahlen durch höhere Qualifikationen beschränken sollten. In den ETH macht man das, ohne es zu sagen, indem man einen Grossteil der Studenten nach zwei, drei Semestern ausscheiden lässt. Das kann man ja fein machen, indem man die Prüfungen so schwer macht; ich bin dieser Meinung. An den kantonalen Universitäten geschieht das nicht. Wir brauchen nicht viel mehr Leute, die den Abschluss gemacht haben, sondern besonders gute Leute. Wenn nämlich der Unterbau - die Lehre - ausgesaugt wird, so ist damit niemandem gedient.
Das sind die grundsätzlichen Fragen, die man mit einem beschränkten Budget angehen soll. Aber die kantonalen Regierungen - da haben Sie völlig Recht -, ob sie nun der SVP oder der FDP angehören, wollen das Problem auf einfache Weise lösen: Je mehr Studenten, desto mehr Geld; je mehr Wünsche, desto mehr Geld. Das können wir uns einfach nicht leisten!