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Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2026-03-18

Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2026-03-18

Wortprotokoll

Ja, da geht es mir tatsächlich ganz anders als meinem Vorredner. Ich bin nämlich immer wieder erschüttert darüber, zu welchen Grausamkeiten der Mensch fähig ist, obwohl wir behaupten, wir seien die gescheiteste Kreatur der Welt. Und diese Grausamkeiten werden nur für mehr Profit, mehr Macht, mehr Besitz[NB]oder[NB]mehr[NB]Genuss gemacht. Wir gehen gar zum Äussersten, indem wir unsere Liebsten umbringen - ich denke da an Femizide - und indem wir Kriege anzetteln, Tausende von Toten riskieren. Das ist unser Umgang mit der eigenen Spezies.

Leider sind wir im Umgang mit den Tieren nicht viel besser. Zum Glück haben wir mittlerweile in der Schweiz ein relativ starkes Tierschutzgesetz, wenn es um die Haus- und Nutztiere geht. Wir sind angehalten, einen tierfreundlichen Umgang zu gewährleisten, ohne Schmerzen und ohne Gewalt. Und wenn das Tier am Schluss auf den Teller kommt, soll es vorher wenigstens ein angenehmes Leben gehabt haben. Aber wir haben gewisse Lücken im Gesetz, beispielsweise bezüglich der Stopfleber. Sie haben es von meiner Kollegin vorhin gehört, und ich nehme an, dass verschiedene von Ihnen schon gesehen haben, welch grauenhafte, schmerzhafte Stopftortur diese Tiere über sich ergehen lassen müssen - und das nur für etwas mehr Leber für das Gourmet-Angebot. Ich habe gar nichts gegen Delikatessen, das darf ja weiterhin sein, es geht nicht um das Wegnehmen, nicht gegen die Freiheit, Foie gras zu essen. Ich verstehe sogar, wenn man sagt, das sei Kultur. Aber was ich nicht verstehe und ziemlich speziell finde, ist, wenn man die Kultur bemüht, im Wissen darum, dass ein Gewaltvorgang bei der Herstellung da war. Ich glaube nicht, dass ihr in der Romandie das wollt.

Und das wäre ja der Unterschied - nur das. Es ginge nur darum, die Herstellung tierfreundlich zu machen, wie das für die Herstellung in der Schweiz schon gilt. Das Gleiche soll jetzt auch für den Import gelten. Das ist der Unterschied, und ich meine, das wäre im Interesse aller. Deshalb ist der Gegenvorschlag das Minimum. Ich hätte selbstverständlich viel lieber ein Verbot. Aber das ist auf der Ebene der Bundesverfassung ein bisschen schwierig; das ist die übergeordnete Ebene. In der Bundesverfassung brauchen wir einen starken Tierschutz und im Gesetz die nötige Präzisierung.

Wie gesagt, dieser Kompromiss ist das Minimum. Die Einfuhr muss deklariert werden, und die Menge muss deutlich abnehmen. Deshalb gehört der Antrag der Minderheit Baumann zum Minimum dazu. Er verlangt eine wichtige Präzisierung zugunsten der Tiere und beinhaltet ein wichtiges Signal an die Initiantinnen und Initianten. Denn wenn der Gegenvorschlag nicht stark genug wird, steht sicher auch kein Rückzug der Initiative zur Diskussion.

In diesem Sinne bitte ich Sie, dem starken Gegenvorschlag als Minimum zuzustimmen und, um ein klares Zeichen zu setzen, die Initiative zu unterstützen. Denn es muss klar sein: Stopfen muss stoppen.