Riem Katja · Nationalrat · 2026-03-19
Riem Katja · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2026-03-19
Wortprotokoll
Die Vögel zwitschern am Morgen wieder, die Matten, Weiden, Wiesen und Felder werden wieder grüner, und ich kann bei all diesen Frühlingsgefühlen verstehen, wenn wir uns alle der Natur verbundener und verpflichteter fühlen. Ich kann es nicht nur gut verstehen, als Vertreterin der sogenannten Bauernpartei kann ich es sogar sehr unterstützen.
Nun gilt es jedoch, in all dieser Frühlingsstimmung mit beiden Füssen auf dem Boden zu bleiben, Massnahmen realistisch zu erkennen und zu beurteilen. In diesem Vorstoss lese ich von der Massnahme bezüglich der 3,5 Prozent Biodiversitätsförderflächen und von der Massnahme "Getreide in weiter Reihe". Die erste Massnahme wird mit fast 20 Prozent Biodiversitätsförderflächen auf der landwirtschaftlichen Nutzfläche, wovon mehr als 14 Prozent freiwillig umgesetzt werden, längst umgesetzt. Die Massnahme "Getreide in weiter Reihe" wurde zwar auf Bundesebene eingestellt, jedoch in allen wichtigen Agrarkantonen weitergeführt: Aargau, Bern, Freiburg, Jura, Luzern, St.[NB]Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Thurgau, Zug und Zürich - also auch im Thurgau.
Dem Problem ist also längst Rechnung getragen. Was nämlich ganz sicher nicht hilft, ist ein Auftrag an ein Ökobüro oder an die Verwaltung, welcher einen teuren Bericht zur Folge hat, formuliert an einem Bürotisch und weit weg von der gelebten Praxis. Zudem werden diese Massnahmen oft lediglich im Bereich der leicht kontrollierbaren Landwirtschaft angesetzt. Kaum einmal wird von der hohen Besiedlungsdichte gesprochen und diese analysiert.
Ich freue mich, wenn wir auch weiterhin sowohl Feldhase als auch Feldlerche beobachten können, und ich habe das schöne Privileg, dies bei uns zuhause regelmässig tun zu können. Überzeugt bin ich aber, dass dies auch ohne diesen unnötigen Bericht möglich ist.
Ich danke Ihnen deshalb, wenn Sie dieses Postulat Hand in Hand mit der SVP-Fraktion ablehnen.