Kälin Irène · Nationalrat · 2026-06-02
Kälin Irène · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion · 2026-06-02
Wortprotokoll
Ich fokussiere mich namens der Grünen Fraktion auf den wichtigsten Nachtrag, die knapp 60 Millionen Franken für unsere Teilnahme am EU-Forschungsprogramm. Das ist der korrigierte Preis dafür, dass die Schweiz wieder dabei ist, und wir sagen: Es ist ein guter Preis. Jahrelang haben wir zugeschaut, jahrelang sind unsere Forscherinnen und Forscher an der Seitenlinie gestanden, ausgeschlossen vom grössten Forschungsprogramm der Welt, während ihre Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, Frankreich und Italien Projekte leiteten, Netzwerke aufbauten und die Wissenschaft der Zukunft gestalten durften. Jahrelang haben wir uns mit teuren Übergangslösungen beholfen und Pflaster auf eine Wunde gelegt, die wir uns selber zugefügt hatten.
Das ist vorbei, zum Glück. Seit dem 1.[NB]Januar 2025 ist die Schweiz wieder vollständig an Horizon Europe assoziiert. Seit dem 1.[NB]Januar 2026 beteiligen wir uns wieder am Kernfusionsreaktor Iter. Unsere Forscherinnen und Forscher sitzen wieder am Tisch, sie leiten Projekte, sie gestalten mit. Horizon Europe umfasst ein Budget von 95 Milliarden Euro und ist das weltweit grösste Programm für Forschung und Innovation. Die Schweiz gehörte bei Horizon 2020 zu den erfolgreichsten Teilnehmern überhaupt; sowohl bei der Erfolgsquote als auch bei der Anzahl Projektleitungen war sie immer auf den Spitzenplätzen. Das ist unser Potenzial; das ist, was die Schweiz kann, wenn man sie lässt.
Dieser durch den Einzelantrag Gredig korrigierte Nachtrag von rund 60 Millionen Franken ist kein Versagen der Planung. Er ist die Konsequenz einer dynamischen Programmteilnahme, und er ist der Preis, den wir gerne zahlen. Denn die Alternative - der Ausschluss, die Isolation, die verpasste Partnerschaft - ist uns teuer zu stehen gekommen, finanziell, wirtschaftlich und als Forschungsstandort Schweiz. Wer heute zu diesem Nachtragskredit Nein sagt, sagt Nein zu den Forscherinnen und Forschern an unseren Universitäten. Er sagt Nein zu den Innovationen, die morgen Arbeitsplätze schaffen. Er sagt Nein zu einer Schweiz, die gestaltet statt verwaltet. Wir Grünen sagen Ja, ohne zu zögern. Wir Grünen stehen für eine Schweiz, die in Wissenschaft investiert, die Brücken statt Mauern baut und die versteht, dass die Zukunft nicht im Rückzug liegt, sondern in der Zusammenarbeit.
Ich bitte Sie namens der Grünen: Stimmen Sie diesem Nachtrag zu.