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Stark Jakob · Ständerat · 2026-06-09

Stark Jakob · Ständerat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2026-06-09

Wortprotokoll

Es gibt verschiedene Formen der Zusammenarbeit im politischen Prozess. Es gibt auch unheilige Allianzen, und es gibt die Sonntagsallianz. Ihr Ziel ist es, den Wert des Sonntags zu erhalten. Wir haben es gehört, Kollege Maillard sagte, der Sonntag sei "un jour de repos", Kollegin Gmür sagte, er sei eine Atempause unserer Gesellschaft. Erholung, Ruhe, auswärts essen gehen, Freizeit, Beziehungen pflegen, Familie, Sport - aktiv und passiv -, Besinnung und Gottesdienste, auch Konzerte, Musikfestivals, Ausstellungen, Wandern und so weiter, alles ist möglich. Heutzutage gibt es an Sonntagen viel mehr Aktivitäten und Möglichkeiten, als der grosse Zürcher Reformator Ulrich Zwingli je erlaubt hätte. 500 Jahre nach Zwingli aus diesem Zürich nun den Aufruf zu erhalten, dass wir zwölf Sonntage mit durchwegs geöffneten Läden und Shopping Malls einführen sollten, entbehrt nicht einer gewissen Ironie.

Der Kanton Thurgau hat die Vorlage in der Vernehmlassung abgelehnt. Die bisherige Regelung mit vier Sonntagen mit offenen Geschäften habe sich bewährt. Ich schliesse mich meinem Stand an. Die wirtschaftlichen Vorteile für die betroffenen Läden wären durch diese acht zusätzlichen Sonntagsverkaufstage sicherlich da. Ob das aber eine wirksame Massnahme gegen den Online-Handel ist, bezweifle ich ebenso wie Kollege Jositsch. Ich möchte auch darauf aufmerksam machen, dass dafür mehr Arbeitskräfte nötig wären. Woher würde man diese nehmen? Jedenfalls wiegen für mich die allfälligen wirtschaftlichen Vorteile die gesellschaftlich-kulturellen Nachteile nicht auf, dass pausenlose Aktivität, Hektik und unbegrenzter Individualismus zunehmend das allgemeine Gesicht des Sonntags prägen sollen. Deshalb möchte ich abschliessend wiederholen: Der Wert des Sonntags muss erhalten bleiben.

Ich beantrage Ihnen ebenfalls, auf diese Vorlage nicht einzutreten.