Regazzi Fabio · Ständerat · 2026-06-17
Regazzi Fabio · Ständerat · Tessin · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2026-06-17
Wortprotokoll
Mit der Revision des Gleichstellungsgesetzes wurden Unternehmen ab 100 Mitarbeitenden verpflichtet, regelmässige Lohngleichheitsanalysen durchzuführen. Dieses Instrument soll Diskriminierungen aufdecken und die Lohngleichheit fördern. Auch wenn das Ziel richtig und wichtig ist, erlaube ich mir, an seiner Wirksamkeit gewisse Zweifel anzumelden. Doch darum geht es in der heutigen Diskussion nicht.
Avec cette motion, le Conseil fédéral est chargé d'adapter l'ordonnance sur la vérification de l'analyse de l'égalité des salaires, notamment à l'article 7 alinéa 2 lettre d, afin d'exclure les indemnités pour le travail en équipe et le service de garde des éléments déterminants de l'analyse salariale, à condition que ces indemnités soient accordées de manière neutre du point de vue du sexe et sans discrimination.
Genau darin liegt der Kern der Vorlage. Schicht- und Nachtzulagen orientieren sich an den besonderen Arbeitsbedingungen und nicht am Geschlecht der Mitarbeitenden. Frauen und Männer erhalten für dieselbe Tätigkeit dieselben Zulagen. In der Praxis arbeiten jedoch in gewissen Bereichen, etwa in der Industrie, im Sicherheitsbereich oder teilweise auch im Gesundheitswesen, überdurchschnittlich viele Männer im Schichtbetrieb. Dadurch können Lohngleichheitsanalysen statistisch verzerrt werden, sodass Unternehmen die Toleranzschwelle nicht wegen einer Diskriminierung überschreiten, sondern allein aufgrund der Zusammensetzung ihrer Belegschaft.
Die Folgen können erheblich sein: Analysen müssen wiederholt werden, es entstehen Reputationsrisiken, und unter Umständen drohen Nachteile bei öffentlichen Ausschreibungen oder andere Konsequenzen, obwohl die Betriebe ihre Mitarbeitenden korrekt und gleich behandeln. Die Motion beseitigt dieses Problem auf pragmatische Weise und schwächt den Grundsatz der Lohngleichheit keineswegs. Im Gegenteil, die betroffenen Unternehmen müssen ausdrücklich bestätigen, dass Schicht- und Pikettzulagen geschlechtsneutral ausgestaltet sind und der Zugang zu diesen Tätigkeiten ohne Benachteiligung erfolgt.
Aus Sicht der Wirtschaft, und ich spreche hier auch als Präsident des Schweizerischen Gewerbeverbandes (SGV), handelt es sich um eine sinnvolle und verhältnismässige Anpassung. Sie erhöht die Aussagekraft der Lohngleichheitsanalysen und verhindert, dass Unternehmen zu Unrecht einer Diskriminierung verdächtigt werden.
Ich bitte Sie daher, diese Motion zu unterstützen und der Mehrheit zu folgen.