Bezzola Duri · Nationalrat · 2004-10-06
Bezzola Duri · Nationalrat · Graubünden · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2004-10-06
Wortprotokoll
Es geht hier um die Anforderungen an die Anbieterinnen von Fernmeldediensten. Ich spreche zu Artikel 6 Buchstabe d, Lehrstellenangebot.
Ich bitte Sie im Namen der FDP-Fraktion, dem Antrag der Minderheit Hegetschweiler zuzustimmen. Es ist nicht so, dass wir gegen die Schaffung von Lehrstellen wären, im Gegenteil; die FDP setzt sich immer für die Ausbildung von Lehrlingen in der Wirtschaft, in den Unternehmungen, ein. Diese zusätzliche Auflage gehört aber nicht in dieses Gesetz. Die Zahl der Lehrstellen darf nicht durch das Gesetz vorgeschrieben werden. Bei jeder Gesetzesänderung, bei der es um die ehemaligen Bundesbetriebe, bei der es um Konzessionen geht, wiederholt sich diese Forderung, es sei im Gesetz festzuschreiben, dass Lehrlinge auszubilden seien.
Unternehmen, die in der Telekombranche Erfolg haben wollen, müssen auch für den Nachwuchs sorgen. Die technologische Entwicklung verlangt mehr qualifiziertes Personal, neue Berufe. Die Telekomunternehmen leben wie keine andere Branche vom ständigen Wandel. Neue Berufe entstehen, z. B. Mediamatiker und Mediamatikerin, Telematiker und Telematikerin. Neue Anbieterinnen von Fernmeldediensten sind vielfach Kleinunternehmen, die nicht in der Lage sind, Lehrlinge und Spezialisten auszubilden. In diesem Zusammenhang darf sicher auch das gute Beispiel der Swisscom erwähnt werden. Sie bildet zurzeit 900 Lehrlinge und Lehrtöchter aus - ohne Auflage.
Die Bundesverwaltung, Sie wissen es, bildet bekanntlich wenige bis gar keine Lehrlinge aus. Hier müsste eigentlich der Hebel angesetzt werden. Auch andere Branchen werden von derartigen Auflagen verschont. Diese Forderung, Lehrstellen anzubieten, gehört nicht in das Gesetz.
Ich bitte Sie, dem Antrag der Minderheit Hegetschweiler zuzustimmen.