Genner Ruth · Nationalrat · 2004-12-01
Genner Ruth · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2004-12-01
Wortprotokoll
Ich spreche ganz klar für die Mehrheit der Kommission. Es handelt sich hier um einen Beitrag, der nicht an Fachhochschulen geht, sondern, wie das Herr Weyeneth angeführt hat, an das Schweizerische Institut für Berufspädagogik. Dieses Institut bildet Lehrkräfte im Hinblick auf ihre Berufsausbildung aus.
Wir kennen an den Berufsschulen zwei Typen von Lehrkräften. Die allgemeinbildenden Fächer werden von eigentlich ausgebildeten Lehrern vermittelt. Daneben haben die Berufsleute andere Berufsleute, die berufsspezifischen Unterricht erteilen. Diese Berufsleute haben einmal eine Berufslehre gemacht, eine Meisterausbildung. Sie haben aber nie ein Lehramt absolviert, und wenn sie nun in diese neue Funktion einer Lehrkraft kommen, ist es klar, dass sie auch noch pädagogisches Wissen brauchen, damit sie eben auch in einer Art und Weise Unterricht erteilen, die Sinn macht. Es handelt sich also nicht einfach um eine Zweitausbildung, sondern es handelt sich um eine Erweiterung der Ausbildung im Hinblick auf die Funktion, die diese Berufsleute nachher an den Berufsschulen einnehmen. Wir wollen aus diesen Berufsleuten Lehrkräfte machen, und ich finde es einigermassen komisch, Herr Weyeneth, dass Sie sich hier gegen diese Funktion wehren, denn es ist ganz wichtig, dass die Berufsleute dieses pädagogische Fachwissen erhalten.
Nun haben wir in diesem Rat zusätzliche, neue Aufgaben beschlossen, insbesondere für die Bereiche Gesundheit, Soziales und Kunst, und wir wissen, dass Sie von der SVP-Fraktion sich gegen diese Bereiche wehren, aber nichtsdestotrotz ist es eine beschlossene Sache, dass wir auch hier Berufsleute brauchen, die diese pädagogische Ausbildung haben müssen. Es ist eine wichtige Perspektive, dass diese Bereiche in die Berufsbildung hineinkommen, und dieser Rat hat sich klar für diese Aufgabe entschieden.
Ich finde es auch eigenartig, dass ausgerechnet die SVP-Fraktion, die sich eigentlich immer gegen den Ausbau von [PAGE 1854] akademischen Ausbildungen wehrt, hier, wo die nichtakademische Ausbildung gestärkt werden soll, diese nun angreift und das Budget kürzen will. Wir wollen, dass die Berufsleute besonders geschult werden, dass sie stark sind in ihren Berufen.
Ich möchte Sie deshalb bitten, den Minderheitsantrag Weyeneth abzulehnen und klar für die Berufsbildung und für diese Chancen im Berufsbereich, insbesondere in den Fachbereichen Gesundheit, Soziales und Kunst, einzustehen.