Bruderer Pascale · Nationalrat · 2004-12-01
Bruderer Pascale · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion · 2004-12-01
Wortprotokoll
Im Namen der SP-Fraktion bitte ich Sie, den Minderheitsantrag Weyeneth abzulehnen, und zwar aus folgenden Gründen: Das Schweizerische Institut für Berufspädagogik bildet ja im Auftrag der Kantone Berufsbildungsverantwortliche der Sekundarstufe II aus. Die Nachfrage nach diesem Ausbildungsangebot - das haben Sie sicher gesehen, Herr Weyeneth - ist gross und steigt zunehmend an. Alleine in der Deutschschweiz ist die Anzahl Studierender in den Diplomstudiengängen innert drei Jahren um 50 Prozent gestiegen.
Die gemäss BFT-Botschaft vorgesehene Erhöhung des Budgets - sie wurde zwischenzeitlich durch verschiedene Massnahmen schon wieder gekürzt, verkleinert - ist notwendig, um zusätzliche Aufgaben finanzieren zu können. Die von Ihnen genannte Aufgabe ist eine solche, nämlich die Aus- und Weiterbildung der Berufsbildungsverantwortlichen in den neuen Berufsbildungsbereichen Gesundheit, Soziales, Kunst, aber auch Forst- und Landwirtschaft.
Eine zweite zusätzliche Aufgabe ist die Ausbildung im betrieblichen Bereich gemäss dem neuen Berufsbildungsgesetz, z. B. von Kursleitenden in überbetrieblichen Kursen. Eine dritte Aufgabe ist der Studiengang für Lehrpersonen an höheren Fachschulen. Was auch dazukommt, sind Aufgaben für berufsorientierte Weiterbildung. Der letzte Punkt, den ich Ihnen mitteilen möchte, ist aus meiner Sicht ein ganz wichtiger Punkt: Dringend sind auch Massnahmen im Bereich der pädagogischen Förderung nötig, also Massnahmen für die Schwächsten der Berufsbildung. Das Schweizerische Institut für Berufspädagogik ist hier federführend und nimmt eine ganz wichtige Aufgabe wahr. Die eben erst gestarteten Pilotprojekte müssten nun gestoppt werden, würden die Mittel dafür entzogen. Dabei sind die Integrationskonzepte dringlicher denn je: Fragen Sie einmal die Städte, die Schulen und die Kantone.
Zusätzliche Massnahmen verlangen nach mehr Ressourcen, will man auch die bisherigen Aufgaben weiterhin zufrieden stellend erledigen. Es gibt keine andere Hochschule, welche dies einfach kompensieren könnte. Denn sinnvollerweise werden die Konzepte gesamtschweizerisch koordiniert und auf die Berufsreformen abgestimmt. Es kommt hinzu, dass die Kosten trotzdem anfallen. Sie müssen einfach anderswie getragen werden, wenn wir hier die Mittel kürzen. Auf gut Deutsch heisst das: Einmal mehr müssten die Kantone in die Bresche springen. Auf sie würden die Kosten verlagert und abgewälzt. Von Sparen im volkswirtschaftlichen Sinne kann also keine Rede sein.
Ich bitte Sie deshalb, den Minderheitsantrag Weyeneth abzulehnen.