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Schenk Simon · Nationalrat · 2000-06-19

Schenk Simon · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2000-06-19

Wortprotokoll

Als Mitglied des Exekutivrates des Schweizerischen Olympischen Verbandes fühle ich mich [PAGE 741] von dieser Thematik angesprochen. Ich möchte dazu doch einige Sätze verlieren.

Mit vielen Dingen, die die Urheber der Vorstösse gesagt haben, bin ich einverstanden. Aber man könnte - in einem Satz - sagen: Das sind alles Probleme, die der Sport lösen muss, in die sich die Politik nicht einmischen soll. Wenn sich nämlich die Politik dermassen in den Bereich Doping einmischen würde, wie das hier verlangt wird, dann müsste sie sich auch in viele andere Probleme des Sports einmischen.

Zudem ist im Rahmen der Revision des Heilmittelgesetzes und im Bundesgesetz über Turnen und Sport bereits einiges passiert. Herr Bundespräsident Ogi wird nachher noch sagen, was bereits passiert ist.

Ich weise u. a. auf eine Pressemitteilung vom 17. Juni hin, in der der Schweizerische Olympische Verband mitteilt, dass auf den 1. Juli 2000 vier vollamtliche Dopingkontrolleure angestellt werden - ein Schritt von der amateurhaften zur professionellen Kontrolle.

Es hat geheissen, die Haltung der Schweiz wäre die grosszügigste in Europa. Das stimmt natürlich so überhaupt nicht. Es ist einfach so, dass bei uns nicht die Politik Einfluss nimmt, sondern dass im Bereich des Sports Lösungen gesucht werden. Dass in der Vergangenheit nicht alles gut war, gestehe ich ein. Aber die eingeleiteten Massnahmen versprechen Besserung.

Dass man im Bereich Drogen durchgreifen wolle und im Sport nicht, diese Behauptung kann ich so nicht stehen lassen. Ich verlange an beiden Orten ein hartes und konsequentes Durchgreifen. Aber im Sport ist das eine Aufgabe des Sports, nicht eine Aufgabe der Politik.

Ich bitte Sie, in diesem Sinne die Vorstösse abzulehnen. Nicht weil sie in der Sache nicht richtig wären, sondern - ich sage es noch einmal - weil im Bundesgesetz über Turnen und Sport bereits Lösungen festgelegt sind und weil der Sport diese Probleme letztlich selber lösen muss.