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Gadient Brigitta M. · Nationalrat · 2000-06-20

Gadient Brigitta M. · Nationalrat · Graubünden · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2000-06-20

Wortprotokoll

Die Schweiz als attraktiven Werk-, Denk- und Schaffensplatz für die kommenden Generationen zu erhalten ist eine der Leitideen des vorliegenden Berichtes über die Legislaturplanung. Um dies zu erreichen, sind optimale Rahmenbedingungen für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum Voraussetzung. Zentrale Grundlage und damit auch zentrale Forderung in unserem rohstoffarmen Land ist dabei ohne Zweifel eine qualitativ hoch stehende, ja weltweit führende Bildung und Forschung. Mitteleinsatz in diesen Bereichen darf denn auch - wie dies breite Kreise leider immer noch tun - nicht länger als Ausgabe oder gar Aufwendung bezeichnet werden, sondern muss endlich als das genommen und behandelt werden, was er effektiv ist, nämlich Investition in unsere Zukunft.

Dabei sind drei Schwerpunkte zu setzen:

1. Der erste Schwerpunkt ist im Bereich der Frauenförderung zu setzen. Sowohl in den technischen Berufen wie auch in qualifizierteren Bereichen, die dann auch zu Kaderpositionen führen, besteht für die Frauen nach wie vor ein Nachholbedarf.

2. Die sozial Schwächeren in unserem Land müssen stärker ins Bildungssystem einbezogen werden, wenn wir nicht in der zu befürchtenden Zweidrittelgesellschaft landen wollen. Je mehr und je besser unsere Jugend ausgebildet ist, desto kleiner ist die Gefahr der drohenden Arbeitslosigkeit. Eine wesentliche und hervorragende Rolle spielt dabei das duale Ausbildungssystem unserer Berufsbildung. Die Reform der Berufsbildung ist denn auch eines der wichtigsten Geschäfte dieser Legislatur überhaupt. Gerade die Berufsbildung hat die anspruchsvolle Aufgabe, die Jugend für die Möglichkeiten der Zukunft zu begeistern und für die Bewältigung dauernder Veränderungen im Arbeitsprozess zu befähigen.

3. Im Bereich der neuen Technologien besteht ein besonderer Handlungsbedarf. Wir sehen dies auch an den verschiedenen Vorstössen der Kommission. Wir brauchen mehr und gut ausgebildete Informatiker und vor allem auch Informatikerinnen. Weniger als 5 Prozent der Frauen wählen bei [PAGE 758] uns diesen Berufsweg. In den USA z. B. sind es etwa zehnmal mehr. Dabei gäbe es gerade hier flexible, distanzunabhängige Berufsmöglichkeiten, die zudem durch laufende Weiterbildung auch den Wiedereinstieg einfacher als in vielen anderen Berufen ermöglichen würden.

Zwingende Forderung ist sodann auch ein befriedigendes Angebot in den Regionen. Damit komme ich zu einem weiteren vorrangigen Anliegen dieser Legislaturperiode, dem regionalen Ausgleich. Wenn der Bundesrat in seinem Bericht festhält, dass intakte Entfaltungschancen der künftigen Generationen eine langfristige Sicherung unserer Lebensgrundlagen bedingen, dann muss dies für alle Gebiete unseres Landes Gültigkeit haben. Dem drohenden Abbau in vielen Regionen, sowohl was die Arbeitsplätze als auch generell die Möglichkeiten und Chancen betrifft, ist mit gezielten Unterstützungs- und Förderungsmassnahmen entgegenzuwirken.

Zu den prioritären Anliegen dieser Legislatur muss schliesslich eine bessere Unterstützung und Förderung des Tourismus gehören, insbesondere für unabdingbare Erneuerungen und Innovationen. Denn gerade der Tourismus hat in den Rand- und Bergregionen, aber auch in den Zentren eine vorrangige Bedeutung und wird trotzdem in unserem Land nach wie vor nicht dieser Bedeutung entsprechend behandelt.

Mit diesen wenigen Beispielen habe ich versucht darzulegen, wie sehr und in welcher Qualität Handlungsbedarf in diesen für die Zukunft unseres Landes ausserordentlich wichtigen Bereichen gegeben ist.