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David Eugen · Ständerat · 2004-12-15

David Eugen · Ständerat · St. Gallen · Christlichdemokratische Fraktion · 2004-12-15

Wortprotokoll

Ich möchte den Gegenstand dieser Motion benutzen, um noch auf einen Punkt bezüglich der Steuerung im universitären Bereich hinzuweisen. Die heutige Steuerung mit den Mitteln des Bundes erfolgt ja weitgehend so, dass Mittel pro Kopf und Anzahl Studenten verteilt werden, die an den betreffenden Universitäten studieren. Nach meiner Meinung birgt dieses Kriterium, das jetzt auch wieder weitergeführt werden soll, die grosse Gefahr, dass es eigentlich qualitätssenkend wirkt.

Wenn so finanziert wird, besteht natürlich ein Interesse, dass möglichst viele Studenten Studiengänge belegen, weil damit Mittel generiert werden. Eine solche Entwicklung ist auch im Gang. Ich finde, es wäre richtig, man würde die Beiträge viel mehr output-orientiert steuern, das heisst, man würde - mindestens im Sinne eines Teilkriteriums - die Anzahl der erfolgreichen Abschlüsse als massgebendes Kriterium nehmen. Dabei ist mir auch klar - darum komme ich jetzt auf diese Motion zu sprechen -, dass das natürlich nur erfolgen kann, wenn wir gesamtschweizerisch auch ein gewisses Niveau dieser Abschlüsse festlegen. Ich bin also der Meinung, dass diese Zusammenarbeit, die in der Motion Bürgi erwähnt wird, eben auch darauf hinauslaufen muss, dass solche Qualitätskriterien für die Abschlüsse von Bund und Kantonen auf gemeinsamer Basis festgelegt werden. Diese Qualitätskriterien sollen nachher auch - mindestens im Sinne eines Teilkriteriums bezogen auf die Abschlüsse - für die Geldmittelzuweisung an die Universitäten eingesetzt werden.

Ich denke, hier müssen wir bei der nächsten Neuordnung der Finanzierung unbedingt einen Schritt in diese Richtung tun, um den Qualitätsstandard des Universitätssystems Schweiz zu heben. Es ist nämlich leider keineswegs so, wie vielfach immer wieder gemeint und behauptet wird, dass wir einen Universitätsstandard haben, der international über dem Mittelmass wäre. Wenn wir auf der Universitätsstufe Pisa-Studien machen würden, hätten wir wahrscheinlich noch ganz überraschende Ergebnisse. Leider gibt es Pisa jetzt nur im Bereich der Volksschule und nicht im Bereich der Universitäten. Es würde sich aber zeigen, dass wir in mehreren Fächern gewisse Qualitätsprobleme haben. Daher, finde ich, muss der Bund beim effizienten Mitteleinsatz auf dieser Stufe unbedingt bei der Steuerung Qualitätskriterien einbringen können.