Genner Ruth · Nationalrat · 2005-12-06
Genner Ruth · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2005-12-06
Wortprotokoll
Die grüne Fraktion hat sich immer für einen nachhaltigen Tourismus eingesetzt, und wir haben auch unterstrichen, dass der Tourismus für unser Land eine grosse Bedeutung hat. Der Tourismus muss immer in einem grossen Zusammenhang gesehen werden - dann, wenn wir uns einsetzen für die Erhaltung von schönen Landschaften und für eine optimale Verbindung des Tourismus mit der Landwirtschaft und ihren Produkten, aber auch im Kontext mit der Kulturförderung. Das war ja auch der Grund, warum wir vom Bundesrat ein Konzept verlangt haben, damit er die Tourismusförderung integral und eingebettet in ein Ganzes betrachtet.
In diesem Kontext wurde damals, als der Tourismuskredit verhandelt wurde, die Zeitdauer von 4 Jahren in diesem Rat auf 3 Jahre verkürzt, aber gleichzeitig, und das war in unseren Augen das Stossende, wurden die Jahrestranchen erhöht, nämlich auf diese jetzigen 46 Millionen Franken. Was jetzt auf der Fahne steht, 43 Millionen Franken, entspricht eigentlich dem damaligen ursprünglichen Antrag des Bundesrates, dass das nämlich für die Tourismusförderung einzusetzen wäre, damals für 4 Jahre - dieser Rat hat die Frist auf 3 Jahre verkürzt.
In diesem Sinne begrüssen wir die Kürzung gemäss Mehrheitsantrag. Es handelt sich um eine Korrektur des damaligen Entscheides. Für uns ist auch klar, dass in der Gegenwart, wo überall, bei den notwendigsten und wichtigsten Aufgaben, gekürzt und gespart wird, Schweiz Tourismus nicht wachsen kann. Wir meinen auch, dass sich der Tourismus primär durch gute Leistungen und durch Qualität auszeichnen muss und dass eben die Einzigartigkeit unseres Landes im Vordergrund stehen muss. Wir haben uns als grüne Fraktion auch klar gegen die Werbung im fernen Indien und in China ausgesprochen.
Herr Abate sagte, der Tourismus sei eine Wachstumsbranche. Ich sehe nicht, dass der Tourismus quantitativ wachsen könnte. Ich würde mich allerdings sehr freuen, wenn wir alles unternehmen würden, damit der Tourismus qualitativ wachsen kann. Das ist möglich, wenn wir die Stärken der Nische Schweiz mit ihren Landschaften, mit ihren Kulturen in den Vordergrund stellen können und wenn das auch weiterhin das Markenzeichen der Schweiz bleibt.
Ich möchte Sie dringend bitten, der Mehrheit zu folgen.