Lexipedia

Ineichen Otto · Nationalrat · 2006-10-05

Ineichen Otto · Nationalrat · Luzern · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2006-10-05

Wortprotokoll

Wir diskutieren diesen Vormittag, ob wir zusätzlich 4, 6, 8 oder 10 Prozent für die Bildung und Forschung benötigen. Die eigentlichen, zentralen Fragen - Freude an der Leistung, mehr Effizienz, mehr Wettbewerb auf allen Bildungsstufen - kommen zu kurz. Wir nehmen kaum zur Kenntnis, dass:

1. die Schweiz weltweit die höchsten Bildungsausgaben pro Einwohner hat;

2. je höher der Prozentsatz von Leuten mit Maturität ist, desto höher auch die Arbeitslosigkeit ist;

3. je höher der Prozentsatz von Leuten mit einer Berufsbildung ist, desto tiefer die Arbeitslosigkeit ist.

Die für das Wohl vieler Bewohner dieses Landes entscheidende Frage, besonders für Eltern und Grosseltern, lautet: Wo geht ihr Kind in die Primarschule? Das wird oft ausgeblendet. Wir sind gefordert, dass wir ab morgen das Primarschulniveau steigern, indem wir konsequent die Guten fördern und den sprachlich nicht Integrierten die notwendigen Möglichkeiten bieten. Dass es dazu nicht unbedingt mehr Mittel braucht, sondern unser aller Engagement, beweisen Beispiele in einigen Kantonen. Nach sechs Monaten intensiver Erfahrung mit dem Projekt Speranza und beinahe wöchentlichen Schulbesuchen weiss ich, wovon ich rede. Wenn es uns gelingt, heute einen tragbaren Kompromiss zu finden, hinter dem die Mitte und auch die Linke und die Rechte stehen können, wäre das der nachhaltigste Erfolg der Flimser Session. Ich fordere Sie auf, statt nur mit intelligenten Aussagen zu kommen, wo immer möglich den Tatbeweis anzutreten. Das macht uns glaubwürdig.