Haller Ursula · Nationalrat · 2007-03-05
Haller Ursula · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-03-05
Wortprotokoll
Weshalb wir den Nichteintretensantrag der Minderheit Lang ablehnen wollen, haben sowohl Bundesrat Schmid als auch mein Kollege französischer Zunge ausgeführt. Weshalb wir die bestellten Armeebestände nicht von 15 000 auf 10 000 reduzieren wollen, wurde ebenfalls gesagt. Ich gehe hier inhaltlich nicht mehr darauf ein.
Aber etwas muss ich hier sagen, und zwar in aller Deutlichkeit. Ich habe als Kommissionssprecherin jetzt sehr aufmerksam zugehört. Sowohl Herr Lang als vor allem auch Herr Banga haben gesagt, eigentlich müssten wir in der Schweiz Spiele wie in Deutschland machen - "Die Welt zu Gast bei Freunden". Deswegen haben sie auch gesagt, wenn die Armee auftrete, sei das provokativ; sie haben beklagt, es würde zunehmend militant, die Spiele, der Sport würden vermilitarisiert. Dann darf es aber einfach nicht sein, dass ein Nationalrat, der irgendwie ja auch ein Vorbild für irgendwelche Kreise in der Schweiz sein müsste, hier am Mikrofon in diesem ehrwürdigen Hohen Haus einen Rundumschlag macht, die Leute von der Uefa nicht nur einmal, sondern zweimal undifferenziert und unqualifiziert als Geldsäcke hinstellt. Das geht einfach nicht.
Wie wollen wir uns dagegen wehren, dass die Jungen eben militanter und aggressiver werden, lieber Herr Banga, wenn Sie hier am Mikrofon nicht nur zu Beginn, sondern auch noch jetzt am Schluss Verantwortung für den Fall zuweisen, dass es dann nicht klappe? Ich könnte Ihnen auch sagen: Stellen Sie sich vor, genau diese 5000 Mann, die dann fehlen würden, sollte der Minderheitsantrag durchkommen, würden den Ausschlag dafür geben, dass an der Euro 2008 irgendetwas passiert. Ich muss Ihnen einfach sagen, dass ich grosse Mühe damit habe, wenn man das als gestandener Mann macht. Verlangen Sie nie mehr, dass die Jungen sich irgendwo disziplinieren, wenn wir hier die Disziplin nicht kennen.