Lexipedia

Bieri Peter · Ständerat · 2007-06-22

Bieri Peter · Ständerat · Zug · Christlichdemokratische Fraktion · 2007-06-22

Wortprotokoll

Darf ich noch kurz um Ihre Aufmerksamkeit bitten? Wir haben uns von zwei langjährigen Mitarbeitern der Parlamentsdienste zu verabschieden; zuerst von Herrn Vitus Ritler.

Im Sommer 1976 trat Herr Vitus Ritler als Weibel in die Dienste des Parlamentes ein. Der damalige Stellenwechsel vom Zeughaus Bern ins Bundeshaus erfolgte nicht ohne Nebengeräusche. Ein erzürnter Divisionär namens Zumstein - der spätere Generalstabschef - liess nämlich den damaligen Generalsekretär Alois Pfister wissen, dass er Herrn Ritler nicht gerne ziehen lasse, verliere er doch mit ihm seinen äusserst kompetenten und zuverlässigen Chauffeur. Jetzt werde er während der Anlernperiode zum Beifahrer seines neuen Chauffeurs degradiert - was Herr Zumstein damals als lästig empfand. (Heiterkeit)

Auch die Parlamentsdienste lernten Vitus Ritler rasch schätzen: Bereits nach kurzem Arbeitseinsatz wählten sie ihn zum Chefweibel. Heute verlässt Herr Ritler die Parlamentsdienste als Leiter des Dienstes Betrieb und Weibeldienst - jenes Dienstes, der Jahr für Jahr für die logistische Vorbereitung und Durchführung der Sessionen und zusätzlich von 600 Kommissionssitzungen zuständig ist, für den Versand von 80 Tonnen Unterlagen, für alle Anlässe im Haus, für die Fahraufträge und weiteres mehr. In dieser Funktion war Vitus Ritler auch namhaft an der Organisation der Sessionen in Genf, Lugano und Flims beteiligt. Zudem oblag es ihm jedes Jahr, mit den kantonalen Behörden die Feierlichkeiten für die neugewählten Ratspräsidenten und -präsidentinnen zu organisieren. Herr Ritler hat seinen Dienst mit grossem Engagement, mit ruhiger Hand und stets mit Überblick über die zahlreich anfallenden Aufgaben geführt. Er geht nach 31 Dienstjahren in den Parlamentsdiensten in Pension. Wir danken ihm herzlich für seinen langjährigen und kompetenten Arbeitseinsatz und hoffen, dass er seine Freizeit vermehrt mit seinen Enkelkindern im Lötschental verbringen kann.

Für die Zukunft wünschen wir Herrn Ritler von Herzen alles Gute, viel Glück und gute Gesundheit. (Grosser Beifall)

Frau Sonja Remy, Parlamentsführerin und Garderobiere, wird uns altershalber am Ende dieser Session verlassen. Sie war seit 1993 als Parlamentsführerin tätig. In dieser Zeit weihte sie auf rund 2500 Führungen ungefähr 125 000 Besucherinnen und Besucher in die Geheimnisse des Parlamentsgebäudes ein. Auf ihren Führungen galt ihre Vorliebe stets dem Ständeratssaal - kein Wunder, arbeitete Frau Remy doch seit 1996 als Garderobiere im Vorzimmer West unseres Rates. Mit ihrer feinen Wahrnehmung hat sie dabei sehr viel über den Ständerat und sein Innenleben erfahren. Diese Informationen hat sie auf den Führungen immer wieder und mit grossem Erfolg diskret in ihre Erläuterungen zum Ständerat einfliessen lassen.

Frau Remy hat auch verschiedenen Ständeratspräsidenten unzählige Dienste erwiesen, deren Gäste in Empfang genommen, Telefone ausgerichtet, bei Aperitifs mitgeholfen usw. Ich habe als ihr letzter Präsident ganz besonders davon profitieren können. Noch heute Morgen hat sie mir versichert, der Ständerat werde ihr sehr fehlen, ja, sie werde die Arbeit unseres Rates weiterhin mit grösstem Interesse verfolgen.

Wir danken Frau Remy ganz herzlich für ihren grossen Einsatz für das Parlament und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute, gute Gesundheit sowie Befriedigung bei ihren vielfältigen - auch sportlichen - Aktivitäten. Ganz herzlichen Dank! (Beifall)

Allein schon die Zahl von 21 Schlussabstimmungen zeigt, dass wir wieder einiges an Geschäften unter Dach und Fach bringen konnten. Darunter befinden sich verschiedene gewichtige Themen, die für unser Land, im Speziellen für gewisse Teile unserer Bevölkerung, von erheblicher, wenn nicht sogar von existenzieller Bedeutung sind. Es sind darunter auch Projekte, um deren Ausgestaltung wir während langer Zeit hart gerungen haben.

Mit der Neugestaltung des Finanzausgleichs und der Aufgabenteilung zwischen Bund und Kantonen ist es Bundesrat und Parlament gelungen, unserem Föderalismus - dem wir als Ständerat besonders verbunden sind - ein neues Kleid zu verleihen und ein ausgleichendes, faires und zukunftsträchtiges Werk zu vollenden. Bundesrat Villiger, der diese Arbeit begonnen hat, hat dieses Projekt als die grosse, aber auch als die letzte Chance bezeichnet, die Zusammenarbeit von Bund und Kantonen sowie unter den Kantonen zukunftsfähig zu machen. Da der Ständerat Erstrat aller drei NFA-Vorlagen war, haben unsere vorberatende Kommission und unser Rat an vorderster Stelle wesentlich zu diesem Erfolg beigetragen, der ein Verdienst des Bundesrates, des Parlamentes und der Kantone respektive ihrer Regierungen ist. Das verdient - ob man mit dem Ergebnis nun etwas mehr oder etwas weniger zufrieden ist - hohe Wertschätzung und einen grossen Dank an alle Beteiligten.

Ich danke Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, für Ihre Mitarbeit und Ihre Loyalität. Ich wünsche Ihnen einen guten und erholsamen Sommer. (Beifall)

[VS]

[VS]

[VS]

Schluss der Sitzung und der Session um 08.30 Uhr

Fin de la séance et de la session à 08 h 30

[PAGE 665]

[VS]