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preparatory:AB 80512

Fässler-Osterwalder Hildegard · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion · 2007-06-11

Wortprotokoll

Wahrscheinlich spreche ich nicht im Namen der einstimmigen SP-Fraktion, aber ich denke doch, dass ein Grossteil meiner Fraktion hinter der Meinung der Mehrheit steht und die beiden Einzelanträge ablehnt.

Kaum jemand, der heute ein Schaf hält - das hat auch Frau Graf vorhin gesagt -, hält dieses Schaf wegen der Wolle, die es auch produziert. Es ist leider so: Schafwolle ist kein Artikel, der in unserem Land eine grosse Nachfrage hat, obwohl es ein gutes Produkt ist und man aus der Wolle auch kluge Sachen machen kann, Isolationsmaterial usw. Ich habe in den letzten Tagen Schachteln voll Material zugeschickt bekommen; man hat mir zeigen wollen, was man mit der Wolle machen kann. So geht es einem: Wenn man auf dreissig Karten, die man persönlich bekommt, auch dreissig Antworten schickt, dann wird man nachher mit weiterer Information zugedeckt. So ist halt das Leben einer Parlamentarierin.

Ich bleibe bei meiner Haltung und sage Nein zu dieser Subventionierung der Schafwollverwertung. Wo kämen wir hin, wenn wir jedes Produkt, das ein gewisses Potenzial hat, das sogar ein gewisses Ansehen hat, von Staates wegen unterstützen müssten, weil kein Markt dafür da ist, weil kein Geld damit verdient werden kann? Wir hätten hier drin lange Diskussionen. Ich würde jedem Gewerbler, der für sein Produkt auch Geld vom Staat fordern würde, eigentlich Recht geben müssen.

Es kommt dazu, dass derjenige, der ein Schaf hält, nicht nichts dafür bekommt. Für ein Schaf bekommt man genauso die Beiträge für raufutterverzehrende Grossvieheinheiten wie den Sömmerungsbeitrag oder den TEP-Beitrag, wenn das Schaf hoch genug lebt. An die Adresse der Umweltschützer ist aber auch zu sagen, dass es viele Alpen gibt, auf denen es zu viele Schafe hat. Wie es dort aussieht, müssten Sie sich mal anschauen. Deshalb bin ich dezidiert dagegen, dass man auf diese Weise das Halten von Schafen weiterhin fördert. Es ist wirklich ein Bruch mit dem, was wir in der "AP 2011" jetzt beschlossen haben, nämlich weg von Marktstützungen, hin zum Markt. Wenn halt irgendwo kein Markt besteht, dann muss man schauen, dass man allenfalls mit innovativen Produkten doch einen Absatz finden kann. Dann kann man sogar beim Bund anklopfen, wenn man z. B. ein interessantes überregionales Projekt hat, das vielleicht noch mit Kultur verbunden ist. Gerade dafür bekommt man Unterstützung, nicht zuletzt deshalb, weil ich einen entsprechenden Artikel ins Landwirtschaftsgesetz habe einbringen können.