Reimann Maximilian · Ständerat · 2008-03-12
Reimann Maximilian · Ständerat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2008-03-12
Wortprotokoll
Es ist heutzutage Usus und modern geworden, praktisch ohne Hinterfragung ins Lamento der Klimaerwärmung einzustimmen und Forderungen nach CO2-Reduktionsmassnahmen zu stellen, die schlicht nicht umsetzbar sind. Ich weiss: Wer da ausschert, wird als Ketzer, als unverantwortlich, als ewiggestriger Hinterwäldler abgestempelt. Auch auf das Risiko hin, dass es mir ebenso ergeht, möchte ich es im Zuge der Interpellation Sommaruga Simonetta nicht unterlassen, immerhin kurz jenen aufschlussreichen Artikel in Erinnerung zu rufen, der am 8. Dezember 2007 in der "Neuen Zürcher Zeitung" unter dem Titel "Mit der Klimaerwärmung leben lernen" erschienen ist.
Die "NZZ" stellte unter anderem die Frage in den Raum, ob eine Klimaerwärmung - die es in der Geschichte der Menschheit immer wieder gegeben hat - wirklich etwas so Böses sei, dass sie mit allen Mitteln verhindert werden müsse. Jedenfalls empfinde man dieses Phänomen in Sibirien oder Kanada keineswegs nur als Schreckgespenst. Besagter Artikel kam zum Schluss, dass das ambitiöse Ziel einer Halbierung des CO2-Ausstosses, auch wenn es noch so vollmundig verkündet werde, schlicht nicht umsetzbar sei. Hier baue der moderne Ökologismus auf ein ähnlich irreales Menschenbild wie einst der Sozialismus. Der Versuch, die Klimaerwärmung aufzuhalten, werde zu einem globalen Verteilungskampf führen, der mehr Elend über die Welt bringe als das, was man bekämpfen wolle. Statt sich mit aller Kraft interventionistisch für eine Verlangsamung der Klimaerwärmung einzusetzen, solle man daher mehr auf die marktwirtschaftlichen und technologischen Entwicklungen vertrauen, die mit der Zeit den CO2-Ausstoss ohnehin bremsen würden. Ich glaube, solche Worte sollten in Diskussionen, wie wir sie heute Vormittag geführt haben, auch wieder einmal in Erinnerung gerufen werden.